Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwischen Notfalleinsatz und Hirnforschung: Radiologie - quo vadis?

23.05.2006


Seit Jahrzehnten liefert die Radiologie präzise, schnelle und schmerzfreie Diagnostik. Angetrieben vom Fortschritt in der Geräte- und Computertechnologie befinden sich radiologische Verfahren weiterhin auf einem rasanten Vormarsch und werden in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle in der medizinischen Versorgung spielen. Im Rahmen des 87. Deutschen Röntgenkongresses diskutieren vom 24. bis 27. Mai 2006 ca. 7.000 Wissenschaftler und Mediziner die jüngsten Entwicklungen auf dem Feld der radiologischen Verfahren. Im Mittelpunkt stehen die Notfallmedizin, Herzdiagnostik und Viszeralchirurgie. Weitere Schwerpunkte bilden die Hirnforschung sowie das noch junge Fachgebiet Neuromarketing. Gastländer sind diesmal Tschechien und Frankreich. Neben den wissenschaftlichen Veranstaltungen findet ein Industrieforum auf knapp 5.000 qm Ausstellungsfläche statt.



Mit den ersten Bildern, die Conrad Wilhelm Röntgen 1895 herstellen konnte, hat die Radiologie von heute kaum noch etwas gemein. Modernste Schnittbildverfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglichen mittlerweile dreidimensionale Aufnahmen in Sekundenschnelle. Und das Innovationspotenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Mit der Entwicklung der ersten Zwei-Röhren-CT-Scanner deutet sich ein weiterer Quantensprung in der Computertomographie an. Neue MRT-Geräte ermöglichen zudem nun auch Ganzkörperuntersuchungen mit hohen Feldstärken. "Dank der stetig verbesserten Technologie können wir Krankheiten immer präziser und schneller diagnostizieren und Therapieabläufe noch effektiver steuern. Dies wird auch vor dem Hintergrund des Zeitdrucks, den uns das neue Vergütungssystem im Krankenhaus auferlegt, immer wichtiger", so Prof. Maximilian Reiser, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft.



Eine rasche und exakte Diagnose ist vor allem in der Notfallmedizin - zum Beispiel bei der Versorgung von Unfallopfern - von immenser Bedeutung. Mit der Einführung der Multidetektor-CT (MDCT) hat sich hier in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel vollzogen. "Früher haben wir die Diagnose in mehreren Stufen mit verschiedenen Bild gebenden Verfahren gestellt. Dank der MDCT können wir Notfallpatienten heute mit nur einer Untersuchung komplett durchchecken. In weniger als einer Minute wissen wir, welche Organe verletzt und ob Frakturen oder Blutungen vorhanden sind. Diese Zeitverkürzung rettet vielen Schwerverletzten das Leben", erklärt Dr. Reinhard Loose, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum Nürnberg-Nord und Tagungspräsident des Röntgenkongresses.

Der Röntgenkongress gilt als bedeutendste nationale Fachtagung der Radiologen. In diesem Jahr kann er mit zahlreichen Neuerungen aufwarten: Die wissenschaftlichen Poster werden auf elektronischem Weg, an eigens dafür aufgestellten PCs, präsentiert. Nach dem Kongress sind sie im Internet abrufbar. Erstmals stehen auch englischsprachige Refresherkurse auf dem Programm. Einen Ausblick auf die Zukunft der Radiologie gibt das Diskussionsforum "Radiologie 2020".

Pressekontakt:
Katrin Thormeier & Silke Stark
ipse Communication
Tel.: 030 288846-14 bzw. -11
Fax: 030 288846-46
Mail: k.thormeier@ipse.de bzw. s.stark@ipse.de

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipse.de/RoeKo2006/index.php
http://www.roentgenkongress.de

Weitere Berichte zu: Computertomographie Hirnforschung MDCT Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften