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Wundbehandlung mit hyperbarem Sauerstoff

12.11.2001


Dr. Claus-Martin Muth, Klinik für Anästhesiologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Michael Georgieff) der Universität Ulm, und Dr. Martin Koschnick (Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen) haben den mit 5.000 DM dotierten AGA-Linde-HBO-Award 2001 erhalten, der von der AGA Linde Healthcare GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. (VDD) vergeben wird.

In ihren Arbeiten untersuchten die beiden Wissenschaftler die Anwendung von hyperbarem Sauerstoff zur Behandlung von diabetischen Defektwunden am Tiermodell. Durch die Applikation von Sauerstoff unter Überdruckbedingungen, so konnten Muth und Koschnick zeigen, lässt sich die vom Diabetes mellitus als Grunderkrankung häufig ausgehende Beeinträchtigung der Wundheilung kompensieren. Dies erlaubt zugleich den Schluss, dass die HBO-Therapie diabetisch induzierter Wundheilungsstörungen zumindest im Tiermodell klar effektiver ist als klinisch akzeptierte Verfahren der Wundkonditionierung wie z.B. die lokale Anwendung von Hyaluronsäure oder eine ausschließlich feuchte (okklusive) Wundbehandlung. An den Versuchen, die am Modell der diabetischen Ratte durchgeführt wurden, waren ferner Inga Siebenschuh (ebenfalls Klinik für Anästhesiologie der Universität Ulm) und Holger Räkers, (Abteilung Neurochirurgie des Bundeswehrkrankenhauses Koblenz) maßgeblich beteiligt.

Muth und Koschnick bearbeiten bereits seit mehreren Jahren an verschiedenen Modellen die Frage der Auswirkung von hyperbarem Sauerstoff auf die Wundheilung. Die Ergebnisse der Forschungen, die u.a. auch mit dem Posterpreis der European Undersea Baromedical Society ausgezeichnet wurden, bestätigen die Annahme, daß Sauerstoff bei der Wundheilung eine Schlüsselfunktion hat, und lassen vermuten, daß Sauerstoff im Überdruck (Hyperoxie) als Auslöser für verschiedenste Abläufe in der Wundheilungskaskade wirken kann.

Dr. Muth, renommierter Experte auf diesem Gebiet, arbeitet inzwischen eng mit dem letztjährigen Preisträger des AGA-Linde-HBO-Awards, Prof. Dr. Günter Speit, Abteilung Humangenetik (Leiter Prof. Dr. Walther Vogel) der Universität Ulm, zusammen. Das Ziel der Kooperation besteht in der Charakterisierung der Genotoxizität des hyperbaren Sauerstoffs, um eventuelle Nebenwirkungen bei seinem Einsatz in der Wundbehandlung zuverlässig ausschließen zu können. Genotoxizität bezeichnet die Möglichkeit der DNA-Schädigung durch Substanzen, die chemisch mit der DNA reagieren können. Die gemeinsamen Arbeiten bauen auf den Untersuchungen auf, die von Prof. Speit und seinem Team in Kooperation mit der Sektion Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung (Leiter Prof. Dr. Peter Radermacher) der Universität Ulm zu dieser Thematik in der Vergangenheit durchgeführt worden sind.

Peter Pietschmann | idw

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