Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verträglichere Implantatbeschichtung

17.05.2006


Zähne und Knochen bestehen aus Calciumphosphat, deshalb ist dieses Material auch besonders gut für die Beschichtung medizinischer Implantate geeignet, etwa bei Hüftprothesen oder als Zahnersatz. "Der Knochen wächst in der Regel gut auf, denn dem Körper ist dieses Material bereits bekannt.", bestätigt Prof. Matthias Epple, Professor für Anorganische Chemie an der Universität Duisburg-Essen.



Er ist Mitglied einer interdisziplinären Forschergruppe, der jetzt ein entscheidender Schritt gelungen ist, um verträglichere Implantate für den menschlichen Körper herstellen zu können. Prof. Epple: "Wir können nämlich seit kurzem funktionalisierte Calciumphosphat-Nanopartikel elektrochemisch auf leitenden Oberflächen wie Titan- oder Silicium abscheiden. Damit können wir in der Zukunft auch biologisch aktive Wirkstoffe gezielt auf Implantat-Oberflächen anbringen."



Besondere Vorteile bietet dieses Verfahren, wenn man poröse Objekte von innen beschichten und dabei die Schichtdicke gezielt steuern möchte. Hierzu bearbeitet Dr. Nils Hartmann, Physikalische Chemie, die abgeschiedenen Calciumphosphat-Schichten mit einem fokussierten Laser, wobei die darunter liegende Metalloberfläche in Mikrometer-breiten Bahnen wieder freigelegt werden kann. "Durch diese Strukturierung im Mikrometer-Maßstab", sagt Physiologieprof. Martin Wiemann, Universitätsklinikum Essen, "kann die Reaktion von Knochenzellen auf strukturierte Oberflächen untersucht werden."

Wie präzise das Verfahren bereits eingesetzt werden kann, verdeutlicht das Beispielbild mit dem Universitätsnamen in 225 Mikrometer-hohen Buchstaben in einer zwei bis drei Mikrometer dicke Schicht aus Calciumphosphat-Nanopartikeln. Die Arbeiten wurden soeben im angesehenen Journal of Materials Chemistry publiziert und dort auf der Titelseite vorgestellt.

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel 0203/379-2430
Weitere Informationen: Prof. Dr. Matthias Epple, Tel. 0201/183-2413, e-mail matthias.epple@uni-due.de, weitere beteiligte Forschungsgruppen: Prof. Eckart Hasselbrink und Dr. Nils Hartmann, Physikalische Chemie sowie Prof. Martin Wiemann, Physiologie/Abt. Prof. Dieter Bingmann

Beate Kostka M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duisburg-essen.de/imperia/md/content/fb9/fofo2004_04_epple.pdf

Weitere Berichte zu: Implantat Implantatbeschichtung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau