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Anti-Tumor-Immunantworten: Hemmung durch Interleukin-10?

24.04.2006


Viele maligne Tumoren induzieren eine Immunantwort gegen die Tumorzellen, die jedoch oft nicht in einer effizienten Tumorkontrolle resultiert. Das Verständnis der Gründe für die mangelnde Effizienz der Anti-Tumor-Immunität ist von größter Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapiestrategien. In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt analysiert ein Forschungsteam um Dr. Axel Roers von der Klinik für Dermatologie der Universität zu Köln die Bedeutung des immunsuppressiven Zytokins Interleukin-10 für die Regulation von T-Zellantworten gegen Tumorzellen.



Das von verschiedenen Zelltypen produzierte Zytokin Interleukin-10 (IL-10) hat potente immunsuppressive Eigenschaften, stimuliert jedoch die Funktion von NK- und CD8-T-Zellen. Zahlreiche Tumoren sezernieren IL-10. Es ist denkbar, dass die IL-10-Sekretion aus unterschiedlichen zellulären Quellen ein wesentliches Hemmnis für die immunologische Tumorkontrolle darstellt. IL-10-Effekte haben möglicherweise auch entscheidenden Einfluss auf den Erfolg von Impfungen mit Tumorantigen und einem Adjuvans, zur Induktion einer lokalen entzündlichen Reaktion. Dr. Roers und Mitarbeiter untersuchen mit moderner genetischer Methodik inwiefern die Progression von malignen Tumoren in Tieren mit vollständiger, Zelltyp-spezifischer oder Tumor-spezifischer IL-10-Defizienz verändert ist. Vor allem soll in den IL-10-Mutanten die Effizienz der Tumorkontrolle durch Tumor-Vakzination mit unterschiedlichen Adjuvantien untersucht werden. Langfristiges Ziel des Projektes ist, die Rolle von IL-10 für die Tumorentwicklung besser zu verstehen, um möglicherweise die Wirksamkeit einer Tumor-Immuntherapie durch gezielte IL-10-Blockade zu verbessern.



Kontakte: Dr. Axel Roers,
Tel: +49 221 478 3196, Fax: +49 221 478 5949,

E-mail: axel.roers@uni-koeln.de,

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 90.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers zurück, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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