Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fettleibigkeit entscheidender Faktor bei Diabetes

21.04.2006


Risikogruppen müssen bei Änderung des Lebensstils unterstützt werden

... mehr zu:
»Diabetes »Fettleibigkeit

Weltweit wird bei immer mehr Menschen Diabetes festgestellt. Ist dieser Aufschwung das Ergebnis der Entwicklung genauerer Forschungsmethoden, einer Änderung der Diagnosekriterien, eines tatsächlichen Zuwachses an Fällen oder einer Kombination dieser und anderer Faktoren? Forscher des Center of Disease Control and Prevention haben versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Sie gelangen dabei zu der Schlussfolgerung, dass für die wesentliche Zunahme der Diabetes-Fälle Fettleibigkeit ein entscheidender Faktor ist. Damit diese Tendenz gestoppt werden kann, ist es notwendig, dass Menschen mit einem erhöhten Diabetesrisiko ihren Lebensstil ändern um Übergewicht vorzubeugen. Das schreiben die Forscher in der jüngsten Ausgabe des American Journal of Preventive Medicine.

Zwischen 1997 und 2003 stellte das National Center for Health Statistics jährlich etwa 31.000 Amerikanern in der Alterskategorie 18 bis 79 Jahre die Frage, ob ein Arzt bei ihnen jemals Diabetes konstatiert hatte. Es stellte sich heraus, dass die Zahl der Diagnosen in dem betreffenden Zeitraum um 41% gestiegen war. Außerdem wiesen Diabetiker in dieser Periode zunehmend Übergewicht auf. Fettleibigkeit unter Diabetiker war am Ende des Untersuchungszeitraumes stärker verbreitet als am Anfang. "Diese Daten suggerieren, dass Fettleibigkeit zwar nicht der einzige, aber schon ein wesentlicher Faktor für die Steigerung der Zahl der Diagnosen ist", so Forscherin Linda Geiss.


Um nachzugehen, ob der starke Zuwachs eventuell auch durch eine verbesserte Diagnosemethodik erklärt werden konnte, verglichen die Forscher den Gesundheitszustand von Diabetikern im Zeitraum 1997-1998 mit dem der Diabetiker im Zeitraum 2002-2003. Diese Daten zeigten, dass sich die Anzahl der Fälle mit Herzfehlern, Gehirnblutungen und hohem Blutdruck unter Diabetikern zwischen 1997 und 2003 nicht signifikant geändert hatte. Im Gegensatz zu dem, was zu erwarten wäre, wenn der Aufschwung in Fällen durch verbesserte Methoden zur Diabetesdiagnose zu erklären wäre, sind Diabetiker in dieser Periode also nicht auffallend gesünder oder jünger geworden. Diese Möglichkeit konnte daher ausgeschlossen werden.

Die Forscher folgerten aus ihren Untersuchungen, dass Fettleibigkeit tatsächlich der entscheidende Faktor für den Zuwachs in der Zahl der Diabetesfälle ist und dass Diabetiker gleichzeitig immer mehr Übergewicht vorweisen. Jüngere klinische Versuche haben gezeigt, dass Änderungen im Lebensstil, die zu mehr Körperbewegung und Gewichtsabnahme führen, das Entstehen von Diabetes bei Risikogruppen verzögern oder sogar vollständig vorbeugen können. Um der steigenden Tendenz Einhalt zu gebieten, halten die Forscher es daher für notwendig, dass die Risikogruppen dabei unterstützt werden müssen, ihren Lebensstil anzupassen.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cdc.gov
http://www.sciencedirect.com/science/journal/07493797
http://www.cdc.gov/nchs

Weitere Berichte zu: Diabetes Fettleibigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Center Smart Materials CeSMa erhält SilverStar Förderpreis 2017 für innovativen Druckmessstrumpf

30.05.2017 | Förderungen Preise

Alternative Nutzung von Biogasanlagen – Wachse aus Biogas für die Kosmetikindustrie

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie