Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Risikomanagement der MHH erfolgreich

18.04.2006


Fehlerquelle in Formular rasch beseitigt


Verstecktes gut sichtbar gemacht: Nach der Überarbeitung des Patienten-Aufklärungsbogens, wird mit einem Blick deutlich, was der Patient unterschreibt. Foto: MHH-Pressestelle



Seit fünf Jahren arbeitet die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) mit einem Risikomanagement, um mögliche Fehlerquellen rechtzeitig zu entdecken und auszumerzen. Seit dem Jahr 2001 werden Informationen ausschließlich über Beinahe-Zwischenfälle gesammelt, die ohne Intervention zu einer größeren Komplikation und somit Gefährdung des Patienten hätten führen können. Als zentrales Element wählte die MHH das CIRS (Critical Incident Reporting System) -ein anonymes, abteilungs­übergreifendes Meldesystem, das Sicherheitslücken aufdecken soll, um die Patientensicherheit zu verbessern. "Wir wollen Fehlerquellen identifizieren, Ursachen ermitteln und Maßnahmen zur zukünftigen Fehlervermeidung einleiten, ohne dabei nach einem Schuldigen zu suchen", betont Maria Ines Cartes, Risikomanagerin der MHH. Es gehe nicht darum, wer einen Fehler begangen habe, sondern warum.

... mehr zu:
»MHH


Dass hohe Arbeitsbelastung, Kommunikationsdefizite oder Überwachungsprobleme Fehlerquellen sein können, ist hinlänglich bekannt. Aber auch Formulare können potenzielle Fehler begünstigen. "Der Ablehnungspassus eines Patienten-Aufklärungsbogens über einen ärztlichen Eingriff wurde von dem Patienten nicht eindeutig als solcher identifiziert und in der Annahme unterschrieben, dass es sich um die Einverständniserklärung handele", erläutert Maria Ines Cartes das Beispiel. "Der Patient, der dem Eingriff eigentlich zustimmen wollte, lehnte ihn versehentlich mit seiner falsch platzierten Unterschrift ab." Die Fehlerquelle wurde bemerkt und dem proCompliance Verlag aus Erlangen, Hersteller des Patientenaufklärungssystems PICS (Patienten Information & Compliance Software), umgehend mitgeteilt. Er reagierte prompt und änderte das Layout des Bogens. Jetzt erscheint der Ablehnungspassus deutlich getrennt von der Einwilligungserklärung am Ende des Aufklärungsbogens. Eine Verwechslung ist somit ausgeschlossen.

Die MHH-Risikomanagerin begrüßt das rasche Handeln des proCompliance Verlags sehr. Es sei ein Beitrag, die Patientensicherheit zu erhöhen und das Krankenhaus vor einem möglichen Haftungsschaden zu bewahren. Die Kooperationsbereitschaft von Zulieferern sei leider nicht immer so vorbildlich wie in diesem Fall, ergänzt Maria Ines Cartes.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Maria Ines Cartes, MHH-Risikomanagerin, E-Mail: Cartes.Maria@mh-hannover.de.

Ein jpg-Datei mit Ausrissen des alten und neuen Aufklärungsbogen können Sie unter pressestelle@mh-hannover.de anfordern. Wenn Sie im Mail-Verteiler sind, erhalten Sie die Datei automatisch in einer gesonderten Mail.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: MHH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

UDE / UK: Verbundprojekt zur Bekämpfung Ras-abhängiger Tumore

22.08.2017 | Förderungen Preise

Förderung IMS CHIPS mit 3 Millionen Euro für die Umstellung auf 8-Zoll-Wafertechnologie

22.08.2017 | Förderungen Preise