Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschnelles Verfahren für die medizinische Diagnostik

05.11.2001


Deutlich verbesserte Einblicke in den menschlichen Körper lassen sich mit der so genannten parallelen Kernspintomographie erzielen. Dieses neue, ultraschnelle Verfahren soll künftig die Sicherheit medizinischer Diagnosen weiter erhöhen. Außerdem ist seine Anwendung für die Patienten angenehmer, weil die Messzeiten kürzer sind.

Derzeit müssen die Patienten bei bestimmten kernspintomographischen Untersuchungen eine halbe Stunde in der "Röhre" des Geräts liegen bleiben. Mit dem neuen Verfahren lässt sich diese Zeit schon jetzt halbieren. In Zukunft soll den Prognosen zufolge sogar eine Reduktion der Untersuchungszeit um den Faktor 5 bis 10 möglich sein.

Die parallele Kernspintomographie steht im Mittelpunkt der internationalen Tagung "First Würzburg Workshop on Parallel MR Imaging: Basics and Clinical Applications", die vom 7. bis 10. November im Fürstensaal der Würzburger Residenz stattfindet. Veranstalter ist das Physikalische Institut der Universität, das an die 130 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

Im Rahmen des Workshops werden die Teilnehmer in die Grundlagen dieses neuen Forschungsgebietes eingeführt. Sie bekommen aber auch hoch aktuelle klinische Forschungsergebnisse vorgestellt. Zum Beispiel gibt es Filme vom schlagenden Herzen zu sehen, die mit der parallelen Kernspintomographie produziert wurden. Möglich sind hier bereits Verfahren, die 20 bis 30 Bilder pro Sekunde liefern. Im Film dargestellt wird auch die Schluckbewegung des Menschen in Echtzeit.

Dazu der Würzburger Biophysiker Peter Jakob: "Insgesamt werden die höheren Bildraten zu einer verbesserten und vollständigen Erfassung der zu untersuchenden Organe genutzt werden. Die verkürzten Untersuchungszeiten werden den Patientenkomfort erheblich erhöhen und gleichzeitig einen größeren Durchsatz an Patienten erlauben. Zu guter Letzt könnten die verringerten Kosten dieser neuen Untersuchungsmethoden dann auch zu einer verstärkten Akzeptanz der Kernspintomographie bei den Gesundheitskassen führen."

Laut Jakob wird sich die Forschung und Entwicklung im Bereich der parallelen Kernspintomographie künftig dort abspielen, wo sich eine hohe Messgeschwindigkeit signifikant auswirkt: am Herzen, der Lunge, den inneren Organen, bei dynamischen und quantitativen Untersuchungen sowie bei der Untersuchung der Blutgefäße (Angiographie).

Weitere Informationen: PD Dr. Peter M. Jakob, T (0931) 888-5109, Fax (0931) 888-5851,E-Mail:peja@physik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://bio.physik.uni-wuerzburg.de/haase/conferences/ppa.html

Weitere Berichte zu: Kernspintomographie Organ Ultraschnell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Das Blut zum Sprechen bringen: Bauchspeicheldrüsenkrebs früh erkennen
21.09.2016 | Universitätsklinikum Ulm

nachricht Alzheimer: Zellulärer Mechanismus liefert Erklärungsmodell für den Abbau der Gedächtnisleistung
20.09.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie