Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Krankenversichertenkarte zum elektronischen Gesundheitspass: Apotheker für elektronischen Gesundheitspass

02.11.2001


Wir unterstützen nachhaltig die Pläne von Gesundheitsministerin Schmidt, die derzeitige Krankenversichertenkarte zu einem umfassenden elektronischen Gesundheitspass weiter zu entwickeln." sagte Prof. Rainer Braun, Hauptgeschäftsführer der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die moderne Chipkartentechnologie erlaube es, endlich die Vorteile der Telematik im Gesundheitswesen zu nutzen und durch Nutzung modernster kryptographischer Methoden dabei zugleich maximalen Datenschutzstandards zu genügen.

Der elektronische Gesundheitspass kann neben dem Versichertenausweis auch ein elektronisches Rezept, einen Notfall- und Impfausweis ebenso wie einen Arzneimittelpass beinhalten. Da die moderne Technologie auch den mobilen Einsatz zum Bespiel im Notarztwagen zulässt, könne der Pass so ganz konkret lebensrettend sein. Darüber hinaus können auch geleistete Zuzahlungen bzw. Zuzahlungsbefreiungen dokumentiert werden. Der Pass kann schließlich auch Hinweise darauf enthalten, bei welchen Ärzten Laborbefunde und Röntgenaufnahmen liegen, so dass Mehrfachdiagnostik vermieden wird. Mit dem Arzneimittelpass können Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln entdeckt, sowie ärztliche Verordnungen und Selbstmedikation abgestimmt werden.

Insgesamt könne dadurch die Behandlung und Betreuung des Patienten substanziell gegenüber heute verbessert werden. Kosten-Nutzen-Analysen von Krankenkassenverbänden und der ABDA belegen, dass damit nicht nur die Versorgungsqualität der Patienten erheblich verbessert werden kann, sondern zugleich auch das Gesundheitswesen jährlich fast 1 Milliarde DM an Kosten einsparen kann. "Niemand kann noch ernsthaft bestreiten, dass ein elektronischer Gesundheitspass ein überwältigend günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis hat. Dass das Gesundheitsministerium dieses Thema jetzt aktiv angeht, ist aus Sicht der ABDA überfällig und zu begrüßen", sagte Braun. Die Kosten-Nutzen-Analyse zum elektronischen Rezept kann auf der homepage http://www.abda.de/ unter http://www.abda.de/ABDA/artikel.html?ID=675 abgerufen werden

Entscheidend für die Datensicherheit sei das 2-Schlüssel-Prinzip. Der Gesundheitspass kann so angelegt werden, dass er weder vom Heilberufler noch vom Patienten alleine "geöffnet" werden kann. Der Patient hat in Form einer persönlichen Geheimnummer oder z.B. seines Fingerabdruckes den ersten Schlüssel zu dem Gesundheitspass, Arzt oder Apotheker mit dem elektronischen Berufsausweis den zweiten Schlüssel. Nur mit beiden Schlüsseln gleichzeitig ist der elektronische Gesundheitspass zu "öffnen". Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Daten mit dem Patienten kommen, aber auch mit ihm gehen. Sie können nur mit Einwilligung des Patienten und nur in seinem Beisein bearbeitet und genutzt werden.

Es ist dabei übrigens zusätzlich möglich, die Zugriffsrechte der Heilberufler auf die verschiedenen Datenbereiche des elektronischen Gesundheitspasses zu differenzieren. Arbeitgebern oder Versicherungen wäre es dagegen nicht möglich, Einsicht in den Pass zu nehmen - auch dann nicht, wenn der Patient dazu bereit wäre.

"Ein elektronischer Gesundheitspass in Patientenhand, gesichert mit dem 2-Schlüssel-System, hält Fragen des Datenschutzes allemal stand", so Braun. Völlig anders seien dagegen seitens der Krankenkassen geäußerte Pläne zu beurteilen, die auf die Installierung eines "zentralen Gesundheitsdatenservers" hinauslaufen, in den die Gesundheitsdaten von 80 Millionen Menschen eingespeichert würden. Bei einem solchen "Big Brother" wäre es tatsächlich so, dass hochsensible Patientendaten nicht mehr in der Verfügungsgewalt des Patienten wären.

Anke Grosse-Lohmann | ots
Weitere Informationen:
http://www.abda.de

Weitere Berichte zu: Gesundheitspass

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik