Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stuhlinkontinenz: Befragung zeigt Mängel bei Betreuung, Beratung und Rehabilitation

29.03.2006


Starke körperliche und seelische Belastungen, dazu Mängel in der Beratung, Betreuung und Rehabilitation von Menschen mit Stuhlinkontinenz hat eine Patientenbefragung aufgezeigt, deren Zwischenbilanz die Gesundheitspsychologen des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau jetzt vorgelegt haben. Bei der noch laufenden Befragung geht es um Beeinträchtigungen, Bewältigungsmuster und die Bewertung der medizinischen und psychosozialen Versorgung all jener Menschen, die unter Darmschwäche leiden. Nach vorsichtigen Schätzungen sind das in Deutschland 800.000 bis 1,2 Millionen Menschen.



In Gang gesetzt wurde die erste Befragung dieser Art von Dr. Gabriele Dlugosch, Leiterin des Kompetenzzentrums für Gesundheit und Wohlbefinden des zepf. Bisher konnten die Daten von 148 Untersuchungsteilnehmern ausgewertet werden. Die Ergebnisse zeigten ein hohes Maß an psychischen und sozialen Problemen, die mit der Symptomatik verbunden seien, betont Dlugosch. Auf die Frage nach Problemen, die sich aus der Stuhlinkontinenz ergeben, äußerten die Befragten Beeinträchtigungen des körperlichen und psychischen Befindens sowie der Lebensqualität insgesamt. Der unkontrollierte Abgang von Winden oder Stuhl und die damit verbundenen Gerüche und Geräusche seien für alle Beteiligten äußerst peinlich und mit Scham und Ekel besetzt, erklärt Dlugosch und beschreibt damit die Hauptursache für die Tabuisierung der Darmschwäche.



Bei einer Reihe von Befragten wirkt sich die Stuhlinkontinenz negativ auf die sozialen Kontakte aus, sei es in der Partnerschaft, Familie oder im Freundeskreis. Auch Konzentration und Leistungsfähigkeit, Freizeitgestaltung und Berufstätigkeit leiden darunter. Die Alltagsgestaltung wird schwieriger, viele erleben sich ans Haus gebunden und sehen keine Möglichkeiten für spontane Unternehmungen. Während stuhlinkontinente Patienten mit der Vorbereitung auf medizinische Maßnahmen eher zufrieden sind, fühlen sie sich bei der Nachsorge nicht ausreichend betreut. Beklagt wird auch der Mangel an psychologischer Beratung, an Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Kontinenz-Hilfsmitteln und an Information und Aufklärung über die Stuhlinkontinenz. Hier öffne sich ein weites Feld für die professionelle psychologische Begleitung von Patienten, Angehörigen und Pflegepersonen, meint Dlugosch.

Mit dem Rücklauf ist die Gesundheitspsychologin zufrieden. "Schließlich sollen sich die Menschen zu einem Thema äußern, das mit einem starken Tabu belegt ist. Um Betroffenen über das Medizinische hinaus helfen zu können, brauchen wir verlässliche Daten über den Bedarf an ergänzenden Maßnahmen", sagt Dlugosch. Das Team hofft, dass noch mehr stuhlinkontinente Menschen den Mut finden sich zu äußern.

Der Fragebogen ist im Internet zu finden unter
http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org

und

http://www.inkontinenzportal.de

Er kann auch angefordert werden beim Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf)
Universität Koblenz-Landau, Bürgerstraße 23, 76829 Landau.

Ansprechpartnerin für Medien:
PD Dr. Gabriele Dlugosch
Telefon: 06341 / 906199
E-Mail: dlugosch@zepf.uni-landau.de


URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news152967

Bernd Hegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org
http://www.inkontinenzportal.de
http://www.uni-koblenz-landau.de

Weitere Berichte zu: Darmschwäche Stuhlinkontinenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie