Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Robotik und Imaging ins neue Zeitalter der Neurochirurgie

28.03.2006


Professor Dr. med. Bernhard Meyer wurde zum 1. März 2006 auf den Lehrstuhl für Neurochirurgie der Technischen Universität München (TUM) berufen. Er übernimmt als Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie im TU-Klinikum rechts der Isar die Nachfolge von Professor Anna Trappe.



Mit Erfahrung und Technik



Mit Bernhard Meyer konnte die TU München einen Mediziner gewinnen, der all das vereint, was eine moderne Neurochirurgie ausmacht: umfangreiche klinische und wissenschaftliche Erfahrung, die Fähigkeit fachübergreifend zu kooperieren und der Wille, die im Bereich der Neurochirurgie besonders weit entwickelte Medizintechnik noch weiter voranzutreiben.

"Gerade in einem Fach wie der Neurochirurgie spielt die Technik eine immens wichtige Rolle. Dank moderner Verfahren in der Bildgebung, der intraoperativen Navigation und der Mikrochirurgie ist es uns inzwischen möglich die meisten Patienten erfolgreich zu behandeln", berichtet Bernhard Meyer. Der geborene Augsburger ist zwar einer der jüngsten Professoren der Medizinischen Fakultät, bringt aber mit weit über 3.000 Operationen - darunter die Mehrzahl mit hoher Schwierigkeitsstufe - einen großen Erfahrungsschatz mit.

Herausforderung Hirntumoren

Davon werden die Patienten im Klinikum rechts der Isar profitieren, insbesondere die Menschen, die an komplexen Tumoren des Gehirngewebes oder der Schädelbasis erkrankt sind. Denn für diese diffizilen Operationen bringt Bernhard Meyer eine besondere Expertise mit. Gut- oder bösartige Tumoren an der Schädelbasis oder in Gehirnarealen mit wichtigen Funktionen stellen den Operateur vor eine große Herausforderung: Er muss tief in das Gehirn eindringen um die Geschwulst zu entfernen, darf aber gleichzeitig kein umliegendes Gewebe beschädigen. Denn sonst droht der Verlust wichtiger Funktionen wie beispielsweise das Sprechen, die Bewegung, das Gehör oder die Erinnerung. "Was viele Menschen gar nicht wissen, ist, dass deutlich über 90% dieser Patienten nach einem solchen Eingriff keinerlei bleibenden Schäden davontragen und in der Regel nach ein bis zwei Wochen nach Hause gehen können."

Über die Leiste ins Gehirn

Neben dem Schwerpunkt "komplexe Tumoren des Gehirns" bietet Bernhard Meyer noch zwei weitere Spezialgebiete an: Zum einen die Behandlung von Gefäßerkrankungen im Gehirn. Dazu zählen beispielsweise Aneurysmen (Gefäßaussackungen) und Angiome (Gefäßknäuel), die beide zu den gefürchteten Gehirnblutungen führen können. "Nicht immer muss man in solchen Fällen operieren", betont Prof. Meyer. "So betreiben wir hier eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neuroradiologie. Diese ist neuerdings auch in der Lage über einen Katheder, der in der Leiste eingeführt wird, die Hirngefäße zu erreichen und die Gefäßerkrankung so zu behandeln."

Der dritte Schwerpunkt bleibt wie bisher die Wirbelsäulenchirurgie. Dieser wird noch weiter ausgebaut, um modernste stabilisierende und minimal-invasive Verfahren für alle Erkrankungen der Wirbelsäule zu ermöglichen. Ziel ist die Gründung eines interdisziplinäres Wirbelsäulenzentrums im Klinikum rechts der Isar.

Forschung im Techniklabor und in der Klinik

Wissenschaftlich verfolgt Bernhard Meyer, der zuvor als leitender Oberarzt in der Universitätsklinik in Bonn arbeitete, drei Ziele. Erstens plant er die Weiterentwicklung der bildgebenden Verfahren, des so genannten Neuro-Imaging. Mithilfe dieses Werkzeuges möchte er einen noch besseren Einblick in die Blutgefäße des Gehirns gewinnen und so die Zusammenhänge zwischen Blutfluss, Stoffwechsel und Gefäßkrankheiten ergründen. Zweitens wird er sich intensiv der Robotik widmen und untersuchen, mit welchen neuen medizintechnischen Methoden die Operationstechnik noch weiter optimiert werden kann. An dritter Stelle stehen klinische Studien. So planen Prof. Meyer und sein Team Studien, die Patienten mit schweren Gehirnblutungen neue Medikamentenoptionen eröffnen sollen.

Dr. Fabienne Hübener | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Gehirnblutung Neurochirurgie Robotik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie