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Der Schutz von Kindern gegen eine Infektion mit dem Rotavirus

22.03.2006


Genetisch veränderte Milchsäurebakterien, die im Rahmen des DEPROHEALTH-Projekts produziert wurden, versprechen einen Schutz vor Infektionen mit Rotaviren.



Bei Gastroenteritis handelt es sich um eine Entzündung von Magen und Darm, die häufig durch Infektion mit einem als Rotavirus bezeichneten, radförmigen Virus verursacht wird. Leider sterben jedes Jahr, besonders in Entwicklungsländern, mehrere hunderttausend Kinder an Gastroenteritis. Als Reaktion darauf wurde durch das EU-Programm LIFE QUALITY ein Konsortium aus neun Organisationen finanziert, um das Potenzial von Milchsäurebakterien (LAB - Lactic Acid Bacteria) zur Bekämpfung von Infektionen durch Rotaviren zu bestimmen.

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LAB besitzen selbst hervorragende probiotische Eigenschaften. Das DEPROHEALTH-Konsortium befasste sich mit der Verstärkung von LAB durch genetische Veränderung, um so Antigene gegen Rotaviren zu bilden, insbesondere VP8*. Das Immunsystem bei Labormäusen reagierte positiv auf zwei neu kombinierte LAB-Stämme: Lactobacillus lactis und Lactobacillus casei. Insbesondere wurden erhöhte Werte von Antikörpern des Typs Immunglobulin A (IgA) im Stuhl, in der Darmflüssigkeit und an der Peyer-Plaque von Mäusen festgestellt. Als ein ermutigendes Zeichen wiesen die Mäuse einen erhöhten Schutz gegen maus- und auch affenspezifische Stämme von Rotaviren auf. Schließlich kann nach erfolgreicher Isolation und dem Klonen variabler einkettiger Fragmente des Anti-VP8- und des Anti-NSP4-Typs durch das Konsortium ein zusätzlicher Nutzen erzielt werden.

Diese Arbeit stellt gegenüber früheren Forschungen einen großen Sprung dar. Die Veröffentlichung dessen findet hauptsächlich über Wissenschaftsjournale mit fachmännischem Austausch, die örtliche Presse und das Internet statt. Es müssen jedoch noch einige Hindernisse überwunden werden, bis diese genveränderten LAB zur Verabreichung lebensrettender antiviraler Medikamente an Kinder eingesetzt werden können. Als erstes müssen die Experimente von Mäusen auf größere Tiere (z.B. Viehbestände) ausgeweitet werden. Außerdem muss das DEPROHEALTH-Konsortium durch Spezialisten für Immunologie, Gastroenterologie und andere Disziplinen erweitert werden, um die Funktionsweise der LAB besser zu ergründen. Zudem muss auch die weitere Finanzierung gesichert werden.

Carlos Martinez Alonso | ctm
Weitere Informationen:
http://www.csic.es

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