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Bald 10 Millionen Diabetiker - Insulinresistenz ist das Problem der Zukunft

22.03.2006


Das durch Bewegungsmangel und Überernährung ausgelöste Übergewicht ist die Ursache für die Entstehung der gefäßschädigenden Folgekrankheiten Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Zuckerkrankheit. Die Zahl der Kranken wird in den kommenden Jahren enorm anwachsen. Das ist das Fazit von Dr. Stefan Ueing, Sport- und Allgemeinmediziner an der Schüchtemann-Klinik Bad Rothenfelde, das er im Rahmen der Tagung "Arme Schule." Mitte März in Hannover zog.



Die Kosten für die Behandlung der Übergewichtigen werden dem Mediziner zufolge in den kommenden Jahren explodieren. Derzeit gehen Mediziner von sechs Millionen Menschen in Deutschland aus, die an ernährungsbedingtem Diabetes leiden. Hervorgerufen wird die Krankheit in der Regel durch eine Insulinresistenz, die auf Bewegungsmangel zurückgeht. Ueing prophezeit, dass es bereits in fünf Jahren zehn Millionen Diabetiker sein werden. Als Beispiel nannte er die USA, wo inzwischen mehr als die Hälfte der Einwohner an Übergewicht leidet - häufig in Kombination mit einer nicht diagnostizierten Zuckerkrankheit.



Aus präventivmedizinischer Sicht wäre eine Lösung nicht sonderlich kompliziert. Durch regelmäßige trainingswirksame körperliche Aktivitäten und eine gute Nahrungsmittelauswahl kann dieser Mechanismus sehr gut beeinflusst werden. Die Ernährung sollte auf frische und kalorienarme Kost umgestellt werden. Konzentrate und Fette sollten Essbewusste vermeiden. Dazu muss Bewegung wieder mehr gefördert werden. Eine Stunde Sport pro Tag sei das Optimum, konstatiert der Mediziner. Das führt zu einem erhöhten Energieverbrauch während des Trainings, einem höheren Energieumsatz nach dem Training und auch einem indirekten Energiemehrverbrauch durch mehr Muskelmasse und höheren Grundumsatz selbst in Ruhephasen. Und die Prävention muss bereits bei den Kindern ansetzen. Denn die Grundlagen für Übergewicht werden in der Regel bereits im Kindesalter geschaffen. Hat ein Vierjähriger bereits einen katastrophalen BMI (Body Mass Index) mit einem entsprechend hohen Körperfettanteil, ist ein dicker Erwachsener fast automatisch die Folge.

Stephan Bähnisch | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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