Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Blutzellen gegen den Krebs

13.03.2006


Zerstörung von Tumorzellen mit Hilfe eigener Abwehrmechanismen



An einem Verfahren, wodurch Blutzellen des Patienten genetisch so verändert werden können, dass sie in die Lage versetzt werden, Tumore als Ziel zu erkennen und zu zerstören, ist das Ziel eines internationalen Forschungsverbundes, an dem Professor Dr. Hinrich Abken von der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln beteiligt ist. Bei dem mit 12 Millionen Euro ausgestatteten Forschungsverbund wird es vor allem darum gehen besser zu verstehen, wie Tumorzellen der Immunüberwachung entweichen können. Das Programm der Europäischen Union wird es den Wissenschaftlern ermöglichen, die auf sogenannten T-Zellen basierende Immuntherapie, die in der Lage ist, gegen ein breites Spektrum von Tumoren gerichtet zu sein, wesentlich zu verbessern.



T-Zellen sind Teile des körpereigenen Immun- und Abwehrsystems, das natürlicherweise gegen Infektionen und einige Tumorerkrankungen schützt. Sie können für die Behandlungen einiger maligner Erkrankungen genutzt werden, aber viele Krebserkrankungen entziehen sich der Zerstörung durch das Immunsystem. Das Wissenschaftler-Team hofft, dass moderne Technologien genutzt werden können, die T-Zellen so zu verändern, dass sie die Tumorzellen aufspüren und zerstören können.

Das langfristige Ziel ist es, ein Verfahren zu entwickeln, wodurch T-Zellen aus dem Blut des Patienten genetisch so verändert werden können, dass sie in die Lage versetzt werden, Tumore als Ziel zu erkennen, im Labor vermehrt und in großer Anzahl dem Patienten zurück gegeben werden können.

Die Strategie umfaßt die Ausstattung der T-Zellen mit einem rekombinanten Rezeptor Molekül, das eine extrazelluläre Bindedomäne für ein definiertes Zielmolekül hat, das auf der Oberfläche von Tumorzellen exprimiert ist, und eine intrazelluläre Domäne für die T-Zell Aktivierung. Nach Bindung an definierte Tumorzellen fangen die T-Zellen an, sich zu vermehren, eine Reihe von Zytokinen zu sezernieren und die Krebszelle zu zerstören. Präklinische in vitro Untersuchungen in Köln und Manchester zeigten kürzlich, dass diese Strategie in der Lage ist, die Tumorzellen des Patienten durch seine eigenen T-Zellen zu vernichten.

Schwerpunkte des Projekts konzentrieren sich auf die Optimierung der Rezeptor-Moleküle auf T-Zellen, den Prozess der Generierung und Vermehrung von anti-Tumor T-Zellen und die Sicherheit dieses Ansatzes. Der "Sicherheits-Schwerpunkt" wird von Professor Abken in Köln geleitet, der die präklinischen Studien koordiniert, um herauszufinden, ob die so hergestellten T-Zellen unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben werden, einschließlich Auto-Immunität, Entzündungsreaktionen oder unbegrenzte Proliferation. Die Sicherheitsaspekte werden von dem Wissenschaftler Team als eines der besonders wichtigen Schwerpunkte angesehen, um die präklinischen Arbeiten in klinische Studien zu translatieren.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Hinrich Abken unter der Telefonnummer 0221/478-4130, der Faxnummer 0221/478-7414 und der Emailadresse hinrich.abken@uk-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/pi/

Weitere Berichte zu: Blutzelle Forschungsverbund T-Zelle Tumorzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics