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Neue Diagnostische Möglichkeiten beim HELLP-Syndrom

09.03.2006


Rostocker Forschern gelingt sichere Vorhersage der gefährlichen Erkrankung von Schwangeren



Am HELLP-Syndrom erkranken Frauen in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Dabei können das Leben der werdenden Mutter sowie des ungeborenen Kindes akut bedroht sein. Forschern des Proteom-Zentrums Rostock gelang jetzt in Zusammenarbeit mit der Universitätsfrauenklinik und Poliklinik im Klinikum Südstadt der Hansestadt Rostock der Nachweis von Substanzen im Blut von Patientinnen, die auf das gefährliche Syndrom hinweisen. Genutzt wurde dafür ein Kryodetektor, ein spezielles Massenspektrometer, das auch für eine Flächen deckende Untersuchung von Schwangeren eingesetzt werden könnte. Das schwer vorherzusagende HELLP-Syndrom ist eine Erkrankung, die mit stark erhöhtem Blutdruck einhergeht und zu schweren Komplikationen während der Schwangerschaft führen kann.

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Das HELLP-Syndrom ist eine spontan auftretende Schwangerschaftskomplikation und verursacht heftige Schmerzen im Oberbauch, Kopfschmerzen und Übelkeit. Obwohl sich bei einigen Fällen ein Bluthochdruck und veränderte Laborwerte in Blut und Urin nachweisen lassen, gibt es bisher keine verlässliche Vorhersagbarkeit, an dieser Form des Schwangerschaftshochdruckes zu erkranken . Wird nicht rechtzeitig behandelt, drohen Gerinnungsstörungen mit Hirnblutungen, Leberhämatomen und einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta, was für Mutter und Kind gleichermaßen verhängnisvoll sein kann. Die Ursache dieser Erkrankung ist bis heute unklar.

"Es wurde schon oft versucht, das Blut von Schwangeren auf Biomarker für Schwangerschaftskomplikationen zu untersuchen", sagt Professor Dr. Michael O. Glocker, Leiter des Proteom-Zentrums Rostock. "Wir haben für unsere Untersuchungen ein ganz spezielles Gerät benutzt: das Kryodetektor-Massenspektrometer." Mit seiner Hilfe wurden Proben von gesunden Schwangeren, von Schwangeren mit HELLP-Syndrom, von Frauen, die die Krankheit überstanden haben und von Müttern nach unauffälligen Schwangerschaften untersucht. "Zunächst fanden wir ein auffallend starkes Proteinsignal, das offensichtlich nur bei den HELLP-Patientinnen vorhanden war", so Professor Glocker. Anschließend gelang den Rostocker Wissenschaftlern der Nachweis von weiteren Proteinen, die zusammen als Bündel von "Biomarker-Signaturen" eine zuverlässige Vorhersage des HELLP-Syndroms ermöglichen.

Diese Art des Nachweises könnte nach Ansicht von Professor Glocker und Privatdozent Dr. Toralf Reimer von der Universitätsfrauenklinik in der Zukunft sowohl in der Klinik eingesetzt als auch routinemäßig von niedergelassenen Ärzten genutzt werden; auch Flächen deckende Vorsorgeuntersuchungen seien dann möglich.

Ansprechpartner
Prof. Michael O. Glocker
Proteom-Zentrum Rostock
Medizinische Fakultät
Universität Rostock
Schillingallee 69
18057 Rostock
Tel. 0381/494 4930
Fax. 0381/494 4932
E-Mail michael.glocker@med.unirostock.de

PD Dr. Toralf Reimer
Universitätsfrauenklinik und Poliklinik
am Klinikum Südstadt der Hansestadt Rostock
Südring 81
18059 Rostock
Tel. 0381/44014520

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.pzr.uni-rostock.de

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