Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ärztefortbildung zu Senioren im Straßenverkehr

07.03.2006


Wenn im Alter die Reaktionszeiten länger und die Nachtsicht schlechter werden, ist das vielleicht noch kein Grund, komplett auf’s Autofahren zu verzichten. Zumindest bei regennasser Fahrbahn oder bei Dunkelheit sollten Betroffene dann jedoch möglichst nach Alternativen sinnen. Doch wie verpackt man diesen Rat so, dass er auch ankommt? Psychologen der Universität haben eine Fortbildung für Ärzte entwickelt, bei der es unter anderem um dieses Thema geht. In der Veranstaltung am 25. März im Expo-Pavillon, Römerstraße 164, werden aber auch psychologische und medizinische Ursachen für die nachlassende Verkehrstauglichkeit im Alter sowie rechtliche Rahmenbedingungen behandelt. Anmeldeschluss ist der 15. März.



Gerade ältere Menschen ziehen das eigene Auto häufig öffentlichen Verkehrsmitteln vor - etwa, weil sie sich an Bushaltestelle oder Bahnhof ungeschützt und gefährdet fühlen. Zudem nimmt die Anzahl älterer Verkehrsteilnehmer mit steigender Lebenserwartung weiter zu. Dazu kommt, dass Reaktionsfähigkeit, Hörvermögen und Sehkraft nur schleichend nachlassen, so dass sich manche Senioren im Straßenverkehr schlicht überschätzen. "Sich Defizite einzugestehen, ist zunächst einmal schwierig", erklärt Kristina Kocherscheid vom Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn. "Entsprechend viel Fingerspitzengefühl ist erforderlich, wenn zum Beispiel Ärzte älteren Patienten die Notwendigkeit vermitteln wollen, das Fahrverhalten den eigenen Möglichkeiten anzupassen."

... mehr zu:
»ZEM


Die Bundesanstalt für Straßenwesen fördert daher am ZEM seit zweieinhalb Jahren das Forschungsprojekt "Verkehrssicherheits-Botschaften für Senioren: Nutzung der Kommunikationspotenziale im allgemeinmedizinischen Behandlungsalltag". Ziel ist es, Ärzte auf ihre Rolle als Unterstützer, Berater und Lotse älterer Menschen in Fragen der Mobilität und Verkehrsteilnahme vorzubereiten. Dazu haben die Bonner Psychologen eine Fortbildungsmaßnahme entwickelt, die mehrfach modifiziert und von Ärzten und Senioren evaluiert wurde. Inzwischen ist die Fortbildungsveranstaltung von der Ärztekammer Nordrhein zertifiziert worden.

In drei Modulen werden den Teilnehmern unter anderem medizinische und psychologische Grundlagen der nachlassenden Verkehrstauglichkeit im Alter vermittelt und die augenblickliche Rechtslage für die Beurteilung der Verkehrstauglichkeit in Deutschland vorgestellt. "Ein deutlicher Schwerpunkt, der im Laufe des Projekts auch immer wieder von Medizinern gefordert wurde, ist die Frage, wie man etwaige Defizite so vermittelt, dass der medizinische Rat nicht auf taube Ohren stößt", sagt Kristina Kocherscheid. Nähere Informationen zur Fortbildung sowie den Teilnahmemodalitäten sind im Veranstaltungskalender der Nordrheinischen Akademie für Fort- und Weiterbildung (http://www.aekno.de) und auf der Homepage des Zentrums für Evaluation und Methoden (http://www.zem.uni-bonn.de/www/ZEM/Forschung/Verkehr.html) zu finden.

Kontakt:
Kristina Kocherscheid
ZEM der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4153
Fax: 0228/73-6196
E-Mail: kocherscheid@zem.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.zem.uni-bonn.de/www/ZEM/Forschung/Verkehr.html

Weitere Berichte zu: ZEM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise