Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus Zahnarzt wird Mundarzt

03.03.2006


Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Gängler, Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, fordert Wandel des Berufsbildes



Das Berufsbild des klassischen Zahnarztes gehört nach Ansicht von Experten der Vergangenheit an: "An der Universität Witten/Herdecke bezeichnen wir uns schon seit 1994 nicht mehr als Zahn-, sondern als Mundärzte", sagte der Dekan für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde (ZMK), Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Gängler, in Witten.

... mehr zu:
»Kieferheilkunde


Die Mundhöhle sei das wichtigste Organ zur Kommunikation des Menschen mit der Umwelt und das früheste Warnsystem für schwere Allgemeinerkrankungen. Karies und Zahnlockerung seien wesentlich bestimmt von den Abwehrkräften des menschlichen Körpers.

Die Notwendigkeit für einen Wandel des Berufsbildes und damit verbunden auch für eine bessere Ausbildung, ergibt sich laut Gängler aus der Entwicklung der Biologie und Medizin in den letzten Jahrzehnten: "Mund- und Zahnzustand des Menschen sind wichtige Indikatoren für Erkrankungen in anderen Körperregionen. Bei der Erforschung genetischer Zusammenhänge stehen wir noch ziemlich am Anfang. Ich plädiere dafür, diese Forschung in den nächsten Jahren deutlich zu verstärken, um die komplexen Wechselwirkungen weiter aufzudecken und therapeutisch zu nutzen", so Gängler, der im vergangenen Jahr wegen seiner Verdienste um die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit der Ehrendoktorwürde der Ignaz Semmelweis-Universität in Budapest ausgezeichnet wurde.

Schon heute trägt sowohl die Forschung als auch die Lehre in der Wittener ZMK-Fakultät dem Aspekt der Vernetzung mit anderen Disziplinen Rechnung. So besteht mit dem kulturwissenschaftlichen Studium fundamentale und der medizinischen Fakultät der Universität Witten/Herdecke eine enge Kooperation. "Wir haben die in der gesamten Europäischen Union intensivste Ausbildung in den Bereichen Innere Medizin, Rehabilitationsmedizin, Dermatologie, Chirurgie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde", so Gängler.

In der Region Ruhr gibt es zudem über Disziplingrenzen hinweg Kooperationen mit dem Max-Planck-Institut (MPI) in Dortmund im Bereich molekularbiologischer Forschung und mit der Industrie bei der Erforschung und Anwendung neuer Biomaterialien. Die Wittener ZMK-Fakultät ist Bestandteil des Netzwerks Biomedizin und im Zusammenhang mit dem neuen Zahnmedizinisch-Biowissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungszentrum (ZBZ) in Universitätsnähe eine tragende Säule im "Biomed Triangle" Ruhr. Kooperationen der Fakultät bestehen darüber hinaus in die ganze Welt, z.B. mit der School of Dental Medicine in Boston und der School of Dentistry der University of Northern Carolina at Chapel Hill.

Herzstück "Integrierter Kurs"

Das Herzstück der Wittener ZMK-Ausbildung bildet der so genannte "Integrierte Kurs" - ein europaweit einmaliger didaktischer Ansatz in der Mund- und Zahnheilkunde. Dekan Gängler: "Studierende ab dem siebten Semester behandeln bei uns Patienten wie in der Arztpraxis. Der Student übernimmt sogar eine Art Patenschaft für den Patienten, d.h. er betreut und begleitet ihn durch die gesamte Behandlungskette." Immer mehr Hochschulen übernehmen das Wittener Ausbildungsmodell - es wird auch Bestandteil der neuen Approbationsordnung für Zahnärzte.

Kontakt: Prof. Dr. Peter Gängler, Tel.: 02302/926-660, Mail: peter.gaengler@uni-wh.de

Dr. Olaf Kaltenborn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de/zmk

Weitere Berichte zu: Kieferheilkunde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Embryonale Genregulation durch mechanische Reize

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics