Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Melanomrisiko - Sonnenverhalten in der Kindheit und im Erwachsenenalter

26.10.2001


In der öffentlichen Diskussion wird immer wieder auf den Zusammenhang zwischen Sonnenbränden in der Kindheit und Hautkrebs, insbesondere dem Schwarzen Hautkrebs (Melanom), hingewiesen. Wissenschaftler der Universitäten Ulm und München haben jetzt Hinweise darauf gefunden, daß neben Sonnenbränden in der Kindheit gerade auch das Sonnenverhalten im Erwachsenenalter (etwa im Urlaub) ein relevanter Risikofaktor für die Melanomerkrankung ist.



1996 bis 1997 führten Dr. Peter Kaskel, PD Dr. Gertraud Krähn-Senftleben, Prof. Dr. Ralf Uwe Peter, Ärztlicher Direktor (Abteilung Dermatologie der Universität Ulm), Dr. Martina Kron, Silvia Sander (Abteilung Biometrie und Medizinische Dokumentation der Universität Ulm) und Prof. Dr. Peter Kind (jetzt Offenbach, vordem Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München) eine Fall-Kontroll-Studie in München durch, um das Melanomrisiko im Zusammenhang mit dem individuellen Verhalten beim Umgang mit ultravioletten Strahlen zu ermitteln.



271 Patienten mit kutanem Melanom aus einer dermatologischen Klinik und 271 Kontrollpersonen aus einem allgemeinen Krankenhaus wurden von zwei Ärzten untersucht. Begleitend war ein standardisierter Fragebogen zu beantworten, mittels dessen Risikofaktoren für die Melanomerkrankung erfaßt werden sollten, zum Beispiel das Sonnenverhalten in Beruf und Freizeit. Bei allen Probanden wurde eine Ganzkörperinspektion durchgeführt, um gutartige Hauterkrankungen, phänotypische Charakteristika und Hautkrebs-Vorläuferläsionen zu erfassen.

Im Ergebnis korrelierten von 56 bewerteten Faktoren die folgenden mit einem erhöhten Risiko für die Melanomentwicklung:
Melanomerkrankung bei Verwandten ersten Grades
Sonnenflecken (Lentigines solares)
Aktinische Keratosen (sonnenbedingte Verhornungsstörungen)
Aktinische Veränderungen an den Lippen
Haut-Phototyp I/II (heller Hauttyp) im Vergleich zu Haut-Phototyp III/IV
sofortige Reaktion der Haut mit Rötung auf nicht länger als 30 Minuten dauernde UV-Lichtexposition zu Beginn der Sommersaison
Sonnenbrand in der Kindheit
Sonnenexposition im Urlaub in sonnenreichen Regionen 20 Jahre vor Melanomerkrankung.

Sonnenbrände in der Kindheit sowie eine erhöhte Sonnenexposition in sonnenreichen Regionen im Erwachsenenalter sollten folglich vermieden werden. Demgegenüber empfehlen die Autoren, regelmäßige Freizeitaktivitäten in der Kindheit zu fördern, da sie nach den von der Studie erhobenen Daten mit einer Verminderung des Melanomrisikos einhergehen. (Die Arbeit wurde im British Journal of Dermatology 2001;145(4) veröffentlicht.)

Kontakt: Dr. Peter Kaskel, Tel. 0731-500-24882

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Hautkrebs Melanom Melanomerkrankung Melanomrisiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ein neuer Ansatz bei Hyperinsulinismus
18.09.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie