Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Epidemie breitet sich aus - die Mathematik sagt, wie schnell

02.03.2006


Prof. Dr. Petra Wittbold lehrt an der TU Berlin die Analysis von Differenzialgleichungen



Sie kann Phänomene beschreiben, die auf den ersten Blick nichts mit ihrem Fachgebiet zu tun zu haben scheinen: das Strömungsverhalten von Erdöl und Wasser, das Bevölkerungswachstum oder chemische Reaktionen. Auch die Ausbreitung von Krankheiten ist kein Buch mit sieben Siegeln für sie. Petra Wittbold ist Mathematikerin ist und ihr Fachgebiet die Analysis von Differenzialgleichungen, wobei ihr besonderes Interesse den nichtlinearen partiellen Differenzialgleichungen gilt.

... mehr zu:
»Analysis »Epidemie »Mathematik


"Diese Gleichungen sind eine "besondere mathematische Herausforderung", erklärt Petra Wittbold, die neu berufene Professorin am Institut für Mathematik, ihr Fachgebiet. "Im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten zum Beispiel könnte man Aussagen treffen, wie schnell sich die Epidemie ausbreitet, welche geografischen Regionen davon betroffen sind, inwieweit Kontrollmechanismen und Impfstrategien die Ausbreitung beeinflussen und ob ein Stabilisierungsprozess eintritt. Solche langfristigen Entwicklungen ließen sich analytisch untersuchen."

In der Vergangenheit hat die 37-Jährige allerdings Differenzialgleichungen betrachtet, die das Strömungsverhalten von Flüssigkeiten in porösen Medien beschreiben. Dies spielt eine zentrale Rolle bei der Erdölgewinnung, aber auch bei der Schadstoffausbreitung in Flüssen und Meeren. "Nicht nur, dass Erdöl und Wasser ein unterschiedliches Strömungsverhalten haben, auch je nach Art des Gesteins, ändert es sich. So kommt man zu Systemen von Differenzialgleichungen, die gekoppelt sind, weil die unterschiedlichen Flüssigkeiten wiederum untereinander Einfluss auf ihr Strömungsverhalten nehmen", erklärt Wittbold. Für die Erdöl fördernde Industrie sind Wittbolds mathematische Untersuchungen entscheidend, denn am Ende der "Verwertungskette" ihrer Forschungen könnten letztendlich andere Fördermethoden stehen.

Die Leidenschaft für die Mathematik entdeckte sie erst an der Universität. In der Schule, sagt sie, sei Mathematik zu einfach gewesen, als dass sie davon hätte fasziniert sein können. Studiert hat sie an der Universität Essen, ihre Promotion und ihre Habilitation jedoch schrieb sie in Frankreich an der Universität in Besançon beziehungsweise an der Universität "Louis Pasteur" in Strasbourg.

Berlin ist für sie zurzeit der ideale Forschungsstandort. Hier ist nicht nur das renommierte Weierstraß-Institut angesiedelt, zu dem sie enge Kontakte pflegt, hier hat auch das DFG-Forschungszentrum "Mathematik für Schlüsseltechnologien" seinen Sitz, dessen Sprecher-Hochschule die TU Berlin ist und dem sie angehört.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Petra Wittbold, Technische Universität Berlin, Institut für Mathematik, Fachgebiet Analysis von Differentialgleichungen, Tel.: 314- 2 37 48, E-Mail: wittbold@math.tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Analysis Epidemie Mathematik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit