Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SpectroQuest verspricht Fortschritt für die Krebsdiagnostik

01.03.2006


Tumoren haben oft sehr spezielle Eigenschaften, die im Labor an Gewebeproben ermittelt werden. Das Ergebnis dieser Untersuchungen bestimmt ganz wesentlich mit, welche Therapie die beste ist. Ein neuartiges optisches High-Tech-Verfahren von der Uni Würzburg soll die Laboranalysen und damit auch die Behandlung von Krebspatienten weiter verbessern.



Entwickelt wird die Technik namens "SpectroQuest" von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Physikern, Chemikern und Medizinern. Die Universität hat das Verfahren Anfang 2006 zum Patent angemeldet. Das Entwickler-Team beteiligt sich zudem mit Erfolg am Businessplan-Wettbewerb Nordbayern: In dessen erster Phase wurden von 103 Teilnehmern die zehn besten gekürt, und dazu gehören auch die Forscher von der Uni Würzburg.



Die molekularen Besonderheiten von Tumoren - von den Wissenschaftlern Tumor-Marker genannt - werden bislang mit Methoden der Immun-Histochemie und Immun-Fluoreszenz enthüllt. Das Team um den Physiko-Chemiker Sebastian Schlücker und den Pathologen Philipp Ströbel verwendet stattdessen ein innovatives laserspektroskopisches Verfahren: Dabei wird die Tumor-Gewebeprobe zuerst speziell markiert, dann mit Laserlicht bestrahlt. Als Reaktion darauf gibt die Probe charakteristische Lichtsignale ab, die gemessen werden und Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Krebszellen zulassen.

Schlücker erklärt den Vorteil der neuen Technik: "Mit den gängigen Methoden kann man pro Gewebeprobe nur wenige Tumor-Marker suchen. Will man die Probe zum Beispiel auf zehn Marker untersuchen, muss man sie mehrmals nacheinander analysieren." Mit SpectroQuest dagegen sollen in einer einzigen Messung eine ganze Reihe von Tumor-Markern gleichzeitig erfasst werden, was die Analysen einfacher und schneller macht. Zudem sei die Methode quantitativ, erlaube also eine Aussage über die Mengen, in denen die Marker im Tumorgewebe vorkommen.

Diese verbesserte Diagnostik soll letzten Endes den Patienten zu Gute kommen - denn sie liefert den Ärzten genauere Informationen über den Tumor und bietet so eine noch bessere Unterstützung bei der Entscheidung für eine bestimmte Therapie. Derzeit ist das Würzburger SpectroQuest-Team damit beschäftigt, die Methode weiterzuentwickeln und zu verfeinern.

Die Prämierung im Rahmen des Businessplan-Wettbewerbs fand am 16. Februar im Kongresshaus Rosengarten in Coburg statt. Zehn Sieger wurden gekürt und mit jeweils 500 Euro belohnt. Am Wettbewerb nahmen alleine im Bereich Lebens- und Naturwissenschaften sieben Teams aus Würzburg teil. Unterstützt wurden sie von einer gemeinsamen Gründungsinitiative der Universität, der städtischen Wirtschaftsförderung und des Innovations- und Gründerzentrums (IGZ) BioMed/ZmK.

"Neben der schieren Menge freuen wir uns natürlich insbesondere über die ausgezeichnete Qualität der eingereichten Geschäftsideen", freut sich IGZ-Geschäftsführer Peter Vorstheim. "Neben dem SpectroQuest-Team konnte sich mit der AlphaFit GmbH ein weiteres Würzburger Team aus dem Bereich Life Science unter den Top Ten platzieren, was nach eher ruhigen Jahren den Erfolg unserer gemeinsamen Standortinitiative unterstreicht."

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.netzwerk-nordbayern.de
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Businessplan-Wettbewerb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics