Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH-Wissenschaftler entdecken als erste weltweit neue Mechanismen bei Autoimmunerkrankungen des Blutes

21.02.2006


Veröffentlichung der ersten Ergebnisse im Journal of Clinical Investigation



Wissenschaftler der Abteilung Klinische Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben in vorklinischen Untersuchungen an Mäusen einen neuen Mechanismus bei immunbedingten Erkrankungen des Blutes entdeckt. Die Wechselwirkung zwischen C5a, einem Entzündungsmediator, und Rezeptoren auf Fresszellen der Leber entscheidet darüber, ob diese eine Infektion abwehren können oder aber eine schädliche Autoimmunreaktion auslösen. "Unsere Arbeitsgruppe hat damit weltweit erstmals diesen neuen Mechanismus beschrieben", erläutert Professor Dr. J. Engelbert Gessner, MHH-Abteilung Klinische Immunologie. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift "Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.



Die Fresszellen in der Leber - die Kupffer Zellen - reinigen das Organ von allen Fremdstoffen, aber auch von körpereigenen Stoffen, wie zum Beispiel überzähligen und geschädigten roten Blutkörperchen. Welche Einflüsse die Fresszellen dazu bewegen, eine Erkrankung zu verhindern oder aber zuzulassen, war bislang nicht erforscht. Unklar war auch, in welcher Weise sie zu Autoimmunerkrankungen beitragen. Bei der autoimmunbedingten Blutarmut - der so genannten autoimmunhämolytischen Anämie bildet das Immunsystem Antikörper gegen die eigenen roten Blutkörperchen, betrachtet also diese Teile des eigenen Körpers als fremd. Bislang wusste man, dass die mit Autoantikörpern markierten Blutzellen in der Leber erkannt und abgebaut werden - die zellulären Vorgänge und Regulationsmechanismen waren allerdings unbekannt.

Die Arbeitsgruppe von Professor Gessner konnte nun mit dem C5a den Faktor identifizieren, der die Abwehrleistung von Kupffer Zellen steuert. Wenn C5a fehlt, werden die roten Blutkörperchen von Rezeptoren auf den Fresszellen zwar erkannt, aber nicht mehr zerstört - Tiere entwickeln im Experiment dann keine Symptome einer Blutarmut. "Uns überraschte zudem der Befund, dass die Kupffer Zellen selbst entscheiden, ob C5a freigesetzt wird", sagt Professor Gessner. "Wenn es nun gelingt, diesen neuen Mechanismus in der Bildung von C5a zu blockieren, ergäben sich daraus verbesserte Möglichkeiten der Behandlung."

Weitere Informationen geben Ihnen gern Professor Dr. J. Engelbert Gessner, Abteilung Klinische Immunologie, Telefon (0511) 532-3621 oder Professor Dr. Reinhold E. Schmidt, Abteilung Klinische Immunologie, Telefon (0511) 532-6656.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Autoimmunerkrankung Blutkörperchen Fresszelle Immunologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie