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Stabilisierte Knochen bringen mehr Lebensqualität

20.02.2006


Klinische Studie belegt Nutzen chirurgischer Eingriffe bei Blutkrebserkrankung / Preis für Wissenschaftler der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg



Patienten, die an der Blutkrebserkrankung Multiples Myelom leiden, erleiden häufig Knochenbrüche und werden deshalb operativ behandelt. Erstmals ist der Nutzen dieser Therapie in einer klinischen Studie nachgewiesen worden. Für seine Arbeit wurde Dr. Felix Zeifang, Oberarzt der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, ausgezeichnet. Am 18. Februar 2006 erhielt er im Rahmen einer Feier der Universität Heidelberg den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Dr. Feldbausch Stiftung.

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Die Dr. Feldbausch Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Landau (Pfalz). Ihr Zweck ist vor allem die Auszeichnung von Einzelpersonen für überdurchschnittliche Leistungen auf den Gebieten Forschung, Kunst und Kultur.

Das Multiple Myelom ist eine bislang unheilbare, bösartige Erkrankung von Plasmazellen im Knochenmark und im Blut. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 3.500 Menschen erstmals an dieser Form des Knochenmarkkrebses. Die wuchernden Plasmazellen verdrängen andere Blutzellen im Knochenmark und zerstören den Knochen. Dadurch kann es zu schmerzhaften Knochenbrüchen an Arm oder Bein kommen. Vor allem aber brechen immer wieder Wirbelkörper ein, was mit starken Schmerzen verbunden sein kann.

Längere Lebenserwartung bei Multiplem Myelom

"Die Lebenserwartung von Patienten mit Multiplem Myelom hat sich in den vergangenen Jahren durch neue Medikamente und die Stammzell-Transplantation erheblich verbessert", erklärt Dr. Zeifang. Bei den in der Heidelberger Sektion "Multiples Myelom" betreuten Patienten beträgt sie im Durchschnitt etwa 7 Jahre. Der Behandlungsschwerpunkt an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg wird von Professor Dr. Hartmut Goldschmidt geleitet. Vor allem die interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung, die im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT Heidelberg) koordiniert wird, ermöglicht eine optimale Betreuung der Myelom-Patienten in Heidelberg.

Eine der klinischen Fragen, mit denen sich die Heidelberger Spezialisten beschäftigen, lautet: Welche Rolle spielt die chirurgische Stabilisation der maroden Knochen für das Behandlungsergebnis und die Lebensqualität des Patienten? An der klinischen Studie, die 2005 in der Zeitschrift "Annals of Oncology" veröffentlicht wurde, nahmen insgesamt 83 Patienten über einen Zeitraum von 12 Jahren teil, die sich wegen schmerzhafter Knochenbrüche und drohender neurologischer Komplikationen einem Eingriff unterzogen. Die Heidelberger Ärzte stellten fest, dass die Schmerzen bei den meisten Patienten nachließen; auch Beeinträchtigungen von Nervenfunktionen nach Brüchen der Wirbelkörper waren meist rückläufig. Die Eingriffe wiesen zudem eine sehr geringe Komplikationsrate auf.

"Die Studie konnte zeigen, dass aufgrund der verhältnismäßig langen Lebenserwartung der Myelompatienten und der geringen Komplikationsrate der Operationen möglichst eine langfristig stabile Versorgung angewendet werden sollte", resümiert Dr. Zeifang.

Ansprechpartner:
Dr. Felix Zeifang, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
E-Mail: Felix.Zeifang@ok.uni-heidelberg.de

Literatur:
Zeifang F, Zahlten-Hinguranage A, Goldschmidt H, Cremer F, Bernd L, Sabo D.
Long-term survival after surgical intervention for bone disease in multiple myeloma. Ann Oncol. 2005 Feb;16(2):222-7.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.orthopaedie.uni-hd.de/
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Nationales_Centrum_fuer_Tumorerkrankungen.6241.0.html

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