Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaft bestätigt Nutzen von Süßstoffen / Süßstoffe sind keine Mastmittel und machen nicht hungrig

22.10.2001

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Süßstoffe den Appetit fördern und sogar dick machen könnten. Sie werden auch nicht in der Mastphase von Ferkeln und Kälbern eingesetzt. Zu dieser Auffassung kommt ein Gremium von acht Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen. Es hat die paradoxe These zur Wirkung von Süßstoffen, die in letzter Zeit häufig in den Medien zu lesen und zu hören war, auf den Prüfstand gestellt, weil die Ernährungsberater im Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) e.V. dazu gesicherte Grundlagen für die Aufklärung ihrer Patienten und der Verbraucher haben wollten.

Die Ernährungsmedizinerin Christine Metzner, Sprecherin des wissenschaftlichen Beirates des VFED, erläuterte bei einem Pressegespräch des Verbandes in Hamburg, dass für die Regulation von Hunger und Sättigung viele Faktoren verantwortlich seien. Deshalb sei es wissenschaftlich unzulässig, allein dem süßen Geschmack eine appetitfördernde Wirkung zuzuschreiben. Der in den Medien häufig angeführte "Kopfphasen-Reflex" sei als Erklärungsmodell für die Wirkung von Süßstoffen ungeeignet. Mit seriöser, wissenschaftlich fundierter Verbraucheraufklärung habe diese Kritik an Süßstoffen nichts zu tun.

... mehr zu:
»Mastmittel

Dass Süßstoff dem Futter für Ferkel und Kälber zugefügt werde, sei keinesfalls ein Beleg dafür, dass Süßstoffe als Mastmittel wirksam seien, betonte der Agrarexperte Edgar Schulz (Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft). Durch Süßung und Aromatisierung werde lediglich das Futter direkt nach dem Absetzen von Kuh- bzw. Sauenmilch für die Jungtiere akzeptabler gemacht. In der eigentlichen Mastphase spielten Süßstoffe jedoch keine Rolle mehr; ihr Einsatz sei dann auch gar nicht mehr erlaubt.

Als "sarkastische Vertauschung von Ursache und Wirkung" bezeichnete der 1. Vorsitzende des VFED, Sven-David Müller, die Behauptung, Süßstoffverwender seien im Durchschnitt dicker als die Nichtverwender, was für die Gewichtszunahme durch Süßstoffe spreche. "Wer schlank ist, muss nicht auf die Kalorienbremse treten. Wer jedoch abnehmen will und soll, dem können Süßstoffe gute Dienste leisten. Wer allein seinen Kaffee oder Tee kalorienfrei süßt, spart im Jahr Energie im Gegenwert von drei bis vier Kilogramm Fettgewebe ein", erläuterte Müller.

Doktor Metzner hob hervor, dass insbesondere mit Süßstoff gesüßte Erfrischungsgetränke beim Kaloriensparen helfen. Eine kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie hat nämlich nachgewiesen, dass Kinder und Jugendliche nach dem Trinken gleich viel essen - egal, ob sie energiearme (ungesüßte oder mit Süßstoff gesüßte) oder energiereiche (mit Zucker gesüßte) Getränke gewählt hatten. Die mit Süßstoff reduzierte Kalorienaufnahme wird nicht durch eine höhere Energieaufnahme beim Essen wieder ausgeglichen, sondern dauerhaft eingespart.

Gleichzeitig machte Metzner aber darauf aufmerksam, dass Süßstoffe nicht automatisch schlank machen: "Man muss sie vielmehr bewusst in ein ganzheitliches Konzept für eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise einbauen."

Die Beurteilung der wissenschaftlichen Datenlage zur ernährungsphysiologischen Bedeutung von Süßstoffen durch die acht Experten hat der VFED in einer Sonderbeilage der Fachzeitschrift "VitaMinSpur" veröffentlicht. Das Heft kann kostenlos angefordert werden bei: VFED-Informationsbüro, Jagdweg 5a, 53115 Bonn, Fax 0228 - 21 01 37.

ots Originaltext: Verbandes für Ernährung und Diätetik VFED e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de
Weitere Informationen:
Informationsbüro des Verbandes für Ernährung und Diätetik VFED e.V.:
Kohl PR & Partner GmbH
Elisabeth Kohl
Jagdweg 5a
53115 Bonn
Tel.: 0228-9 11 77 15
Fax: 0228-21 01 37

| ots

Weitere Berichte zu: Mastmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie