Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie bitte? GBE-Heft 29 zu Hörstörungen und Tinnitus erschienen

13.02.2006


Laute Musik, Rasenmäher, Heimwerken, Spielzeuge, Feuerwerkskörper, Sport- und Gaststätten - die Ursachen von Lärmbelastung in der Freizeit sind vielfältig. Gehör schädigend wird Schall bei anhaltend hohen Schallpegeln (Dauerlärm) oder in Form von Knallereignissen. Hörstörungen und Tinnitus sind Thema des soeben erschienenen 29. Heftes der Gesundheitsberichterstattung (GBE). Auf gut dreißig Seiten gewinnt der Leser rasch eine fundierte Übersicht über die verschiedenen Aspekte: frühkindliche Schwerhörigkeit, Hörschäden durch Lärm, Schwerhörigkeit im Alter, Hörsturz, Tinnitus (Ohrgeräusche), die Gesundheitsversorgung durch Hals-Nasen-Ohrenärzte sowie die Hörgeräteversorgung.



Über rein kommunikative Probleme hinaus kann Schwerhörigkeit zu kognitiven Verarbeitungs- und Funktionsstörungen führen, zu sozialer Isolierung, reduziertem Selbstvertrauen, Verlust an individueller Unabhängigkeit und Depressionen. Die Folge sind Einschränkungen im privaten und beruflichen Bereich mit erheblichen Einbußen an Lebensqualität. Ähnliche Folgen können auch beim Tinnitus auftreten. Im Vergleich zur Schwerhörigkeit treten beim Tinnitus jedoch häufiger zusätzlich therapiebedürftige psychosomatische Störungen auf.



Neben der Schwerhörigkeit im Alter sind Hörstörungen durch Lärmbelastungen in der Freizeit und am Arbeitsplatz am häufigsten. Noch immer ist die berufliche Lärmschwerhörigkeit die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Die Gründe liegen unter anderem an der mangelnden Kennzeichnung der entsprechenden Arbeitsbereiche, aber auch am inkonsequenten Gebrauch von Gehörschutz. Die Belastung durch Umwelt- und Freizeitlärm hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen, neben den Auswirkungen auf das Gehör können Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Störungen des Magen- und Darmtraktes die Folge sein. Im Freizeitbereich stellt neben zu lauter Musik in Diskotheken der Gebrauch von Kopf- und Einsteckhörern - beim langen Hören von lauter Musik - eine besonders starke Gefährdung dar, die bei vielen Jugendlichen zu Hörschäden führt. Unterschätzt wird auch die Gefahr durch Knallereignisse. Spielzeugwaffen mit Knallplättchen können bei ohrnaher Zündung ebenso wie Feuerwerkskörper so hohe Spitzenpegel erreichen, dass bereits ein einziger Knall zu einem dauerhaften Hörschaden führen kann.

Im Kindesalter hat ein intaktes Gehör eine große Bedeutung für die Hör- und Sprachentwicklung. Frühkindliche Schwerhörigkeit hat vielfältige Ursachen, sie kann zum Beispiel durch eine Röteln- oder Zytomegalievirus-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft entstehen. Bei fast der Hälfte der schwerhörigen Kinder lagen jedoch keine der bekannten Ursachen bzw. Risiken vor. Unterschiedliche Datenquellen zeigen, dass kindliche Hörstörungen in Deutschland oft sehr spät erkannt werden.
Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht regelmäßig Themenhefte.

Das GBE-Heft "Hörstörungen und Tinnitus" ist auch im Internet abrufbar (http://www.rki.de) und kann kostenlos schriftlich angefordert werden: Robert Koch-Institut, GBE, Seestraße 10, 13353 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 01888-754-3513.

Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin

Pressestelle:
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Eitner
Heidi Wothe

Kontakt:
Tel.: 01888.754-2239, -2562 und -2286
Fax: 01888.754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: GBE-Heft Hörschaden Hörstörung Schwerhörigkeit Tinnitus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise