Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stets in Kontakt: Minicomputer mit Handy erhöht Lebensqualität von krebskranken Jugendlichen

30.01.2006


Wolfgang-Heilmann-Preis 2006 für "OnkoConnect" / Gemeinsames Projekt der Universitätsklinik für Kinder und Jugendmedizin Heidelberg und der TU München


Hilfreicher Begleiter im Taschenformat für krebskranke Jugendliche: Der mobile internetfähige Mini-Computer mit integriertem Handy und Kamera, der wichtige Krankheitsdaten enthält und den Kontakt mit der Klinik und anderen krebskranken Jugendlichen und den Freunden zu Hause herstellt. Foto: Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg.



Ein hilfreicher Begleiter im Taschenformat ist der mobile internetfähige Mini-Computer mit integriertem Handy und Kamera, der wichtige Krankheitsdaten enthält und stets den Kontakt mit der Klinik und anderen krebskranken Jugendlichen und den Freunden zu Hause herstellt. Das finden nicht nur Patienten der Heidelberger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sondern auch die Juroren des Wolfgang Heilmann Preis 2005 für humane Nutzung der Informationstechnologie. Sie zeichnet das Projekt OnkoConnect, das zur Entwicklung des mobilen Patientenassistenzsystem geführt hat, aus und sprachen ihm ein Preisgeld von 3.000 € zu.

... mehr zu:
»Jugendmedizin


Der "Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie" prämiert jedes Jahr Projekte, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Arbeits- und Erwerbslebens leisten und damit zu einer Steigerung der Lebensqualität führen. Die Preisverleihung findet am 13. Juli 2006 in Mannheim statt.

Patiententagebuch, SMS und Chats mit den Freunden zu Hause

Das Projekt OnkoConnect wird gemeinsam von der Heidelberger Abteilung für Hämatologie und Onkologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Kulozik) und der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (Professor Dr. Helmut Krcmar) durchgeführt.

Mittels Standardsoftware können die Patienten ihre Termine verwalten, ein Patiententagebuch führen und Kontakte mit ihrem gewohnten sozialen Umfeld über SMS, Chat und Email aufrechterhalten.

Nach Abschluss des Feldversuchs hat die TU München gemeinsam mit den krebskranken Jugendlichen und dem Team in Heidelberg nun den Prototyp des mobilen Patientenassistenzsystem entwickelt (MPAS). "18 Monate Forschungsarbeit haben gezeigt, dass mobile Informationssysteme dazu beitragen, die Situation der Patienten zu verbessern", berichtet Renate Sedlak, Projektkoordinatorin an der Heidelberger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Mehr Mitverantwortung, aber auch ein Stück mehr Selbstbestimmung

Die Projektpartner sehen deshalb mehrere Einsatzgebiete und viele Vorteile für Patient und Klinik. So können Behandlungs- und Nachsorgepläne der Klinik auf den mobilen Endgeräten elektronisch abgebildet werden: Die Jugendlichen werden an Termine erinnert, z.B. wann sie ihre Medikamente einnehmen oder in die Ambulanz kommen sollen. Ihre Mitarbeit wird durch SMS-Erinnerungen an Arzttermine verbessert, sie übernehmen mehr Mitverantwortung für den Genesungsprozess, gewinnen damit aber auch ein Stück Selbstbestimmung und Einflussmöglichkeit zurück. Auch bei jüngeren Krebspatienten ist der Einsatz sinnvoll; hier verschafft das Patiententagebuch den Eltern einen Überblick über den Krankheitsverlauf ihres Kindes.

Im Tagebuch werden auch Nebenwirkungen der Therapie erfasst; diese Daten können in klinischen Studien übernommen werden. Dadurch können Gesundheitsrisiken sehr früh erkannt und behandelt und die Behandlungsschemata angepasst werden. Bestimmte Gesundheitsdaten können vom Patienten selbst erfasst und eingegeben werden, z.B. Langzeit-EKG, Blutwerte. Dem Arzt kann ein Fernzugriff auf diese Daten ermöglicht werden.

Bessere Kommunikation soll Zahl der Klinikaufenthalte verringern

Unabhängig von Ort und Zeit kann der Patient stets Kontakt mit anderen Patienten und dem Arzt aufnehmen. Dies vermittelt ihm Sicherheit: In jeder psychosozialen Notsituation kann er stets einen Gesprächspartner finden. Ein weiterer Vorteil: Über das Patientenassistenzsystem können Informationen gezielt zur Verfügung gestellt werden.

Nicht zuletzt wird auch ein ökonomischer Effekt erwartet: Bessere Kommunikation und Kooperation zwischen Klinik, Nachsorgeeinrichtung, Patienten und den Partnern in der ambulanten Versorgung kann die Zahl der Komplikationen und der Wiederaufnahmen in die Klinik verringern.

Das Projektteam umfasst seitens der TU München: Dr. Jan Marco Leimeister (Projektleitung), Uta Knebel, Sebastian Esch, Christian Mauro, Felix Weyde und Prof. Dr. Helmut Krcmar. Seitens der Heidelberger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin sind an dem Projekt beteiligt Renate Sedlak (Projektkoordination), Dr. med. Clemens Stockklausner und Prof. Dr. Dr. med. Andreas Kulozik (medizinische Betreuung).

Information im Internet:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=763
http://www.winfobase.de
http://www.onko-kids.de
http://www.integrata-stiftung.de
http://www.integrata-stiftung.de/preis_2005.htm

Bei Rückfragen:

Renate Sedlak, M.A.
Abteilung Hämatologie/ Onkologie/Immunologie der Kinderklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 151
69120 Heidelberg
mailto:renate.sedlak@med.uni-heidelberg.de
T. 06221/568379
Fax 06221/565505
www.onko-kids.de

Dr. Jan Marco Leimeister
TUM - Technische Universität München
Wirtschaftsinformatik (I17) / Information Systems
Boltzmannstr. 3
85748 Garching b. München, Germany
mailto: leimeister@in.tum.de
tel: +49 - 89 - 28 91 95 10
fax: +49 - 89 - 28 91 95 33
www.winfobase.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Jugendmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie