Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globalisierung der medizinischen Forschung - TMF stellt sich Herausforderungen der kommenden Jahre

27.01.2006


Forscher weisen auf Bedeutung der Infrastruktur hin



Um international konkurrenzfähig zu bleiben, muss sich medizinische Spitzenforschung überregional und auch international vernetzen - auch wenn sie nach wie vor von den Ideen einzelner brillanter Köpfe profitiert. Die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten medizinischen Forschungsverbünde, die sich in der Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF) zusammengeschlossen haben, haben den hierfür notwendigen Kulturwandel eingeleitet. "Als Dachorganisation sorgt die TMF dafür, die Organisation und Infrastruktur medizinischer Forschung in vernetzten Strukturen zu verbessern und hat hierbei bereits wegweisende Ergebnisse erzielt. Die TMF ist mittlerweile der zentrale Ansprechpartner für Fragen der vernetzten medizinischen Forschung in Deutschland". Dies betonte Professor Dr. Ulrich R. Fölsch, der Vorsitzende der TMF, beim parlamentarischen Abend der TMF am gestrigen Donnerstag in Berlin.



Eine an der Praxis orientierte und qualitativ hochwertige Infrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für Spitzenforschung. Sebastian C. Semler, wissenschaftlicher Geschäftsführer der TMF, wies darauf hin, dass damit die Förderung der Infrastruktur ebenso wichtig sei wie die Förderung der Forschung selbst. Der Aufbau von Infrastruktur als notwendigem "Unterbau" für die Forschung sei allerdings ein langfristiger Prozess. Indem die Maßnahmen gebündelt würden, wie dies in der TMF geschehe, könnten dabei jedoch Ressourcen eingespart werden.

Die TMF hat beispielsweise mit der Erstellung generischer Datenschutzkonzepte für vernetzte medizinische Forschungsprojekte oder mit der Klärung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen von Biobanken zentrale Themen der biomedizinischen Forschung aufgegriffen. Zur Durchführung medizinischer Forschung an verteilten Standorten ist darüber hinaus der Einsatz spezifischer IT-Tools und -Services unabdingbar. Die TMF hat deshalb eigene, nicht am Markt verfügbare Werkzeuge entwickelt. Künftig wird sie den Forschungsnetzen IT-Services wie eine zentrale Patientenliste oder einen Pseudonymisierungsdienst zur Verfügung stellen.

Eine große Herausforderung für die TMF ist die Unterstützung der Forschungsverbünde bei der Verzahnung von Forschung und Versorgung. Hier geht es beispielsweise um die Frage, wie die entstehenden telematischen Infrastrukturen im Versorgungsbereich mit den Bedürfnissen in der Forschung in Einklang gebracht und Versorgungsdaten für wissenschaftliche Auswertungen genutzt werden können. Die TMF flankiert diesen Prozess mit innovativen Projekten, "da die Optimierung der Versorgung und die Verzahnung von Forschung und Versorgung nicht aus sich selbst heraus geschieht, sondern aktiv betrieben werden muss", so Semler.

Professor Dr. Otto Rienhoff, stellvertretender Vorsitzender der TMF, betonte, dass vor dem Hintergrund der Globalisierung, die zunehmend auch den Forschungssektor berührt, erhebliche Anstrengungen notwendig seien, um die Infrastruktur der Forschungsnetze für den globalen Wettbewerb vorzubereiten. Der TMF komme dabei eine wichtige Funktion zu, da sie den bestehenden Verbünden helfen könne, Kurs auf die Anforderungen eines globalen Forschungsmarktes zu nehmen.

Antje Schütt | idw
Weitere Informationen:
http://www.tmf-ev.de
http://www.tmf-ev.de/site/DE/int/news/news_extern/PA-TMF_01-2006/PA_Mappe_gesamt_final.pdf

Weitere Berichte zu: Forschungsnetz Globalisierung Verzahnung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie