Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstes landesweites integriertes Versorgungsmodell für Rheumakranke wird erweitert

27.01.2006


Rheumaprojekt in Niedersachsen jetzt mit Beteiligung der Deutschen Rentenversicherung



Das erste landesweite integrierte Versorgungsmodell für Rheumakranke, das Mitte September 2005 in Niedersachsen gestartet wurde, kann jetzt um eine weitere Versorgungsstufe ausgebaut werden. "Damit ist unabhängig von der Zuständigkeit des Sozialversicherungsträgers bei Bedarf eine schnelle Einweisung in eine Rehaklinik möglich", erklärt Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). Zukünftig wird das Gesundheitswesen verstärkt auf solche übergreifenden Kooperationen angewiesen sein.



"Das System wird nur finanzierbar bleiben können, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen und zudem - wie bei unserem Versorgungsprogramm - hohe Maßstäbe an die Qualität anlegen", sagt Kailuweit. Das Programm ist ein Gemeinschaftsprojekt der KKH und niedergelassener Haus- und Fachärzte, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), des Regionalen Kooperativen Rheumazentrums Hannover e.V., der Rheuma-Liga Niedersachsen e.V. und jetzt auch der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Es soll Menschen zugute kommen, bei denen eine entzündliche Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankung festgestellt wird, die noch nicht länger als zwei Jahre besteht.

Neben der ambulanten und stationären Versorgung gehört nun auch der rehabilitative Bereich zum Programm. "Damit konnten wir auch die wichtige dritte Stufe in der medizinischen Versorgung einbeziehen. Da rheumatologische Erkrankungen oftmals mit akuten Schüben einhergehen, ist schnelles und vernetztes Handeln hier ganz besonders angezeigt", betont Dr. Jan L. Hülsemann, Oberarzt in der MHH-Abteilung Rheumatologie und Vorsitzender des Rheumazentrums Hannover. "Dank der Kooperation mit der Rentenversicherung können wir nun auf allen Ebenen der medizinischen Versorgung ein solches Netzwerk vorhalten. Profitieren werden davon in jedem Fall die Patienten." Besondere Ansprüche an die Qualität stellt auch die Deutsche Rentenversicherung. Zunächst wird im Rahmen des integrierten Versorgungsprogramms mit zwei besonders qualifizierten Rehabilitationszentren zusammengearbeitet. "Das neue Verfahren unterstützt uns dabei, unseren Versicherten schnell, unbürokratisch und zielgerichtet mit einer Rehabilitation zu helfen", sagt Manfred Benkler, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Mitten in der Knochen- und Gelenkdekade der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist dies ein weiterer Schritt zu einer besseren Versorgung von Rheumapatienten.

Das integrierte Versorgungsmodell richtet sich an Patienten mit einer entzündlichen Gelenkerkrankung (z. B. chronische Polyarthritis) oder einer entzündlichen Wirbel-säulenerkrankung (Spondarthritis), die zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gehören. Bereits bei einer Verdachtsdiagnose können die Patienten bei ihrem Hausarzt ihre Teilnahme am Modellprojekt erklären. Von dort werden sie an einen internistischen Rheumatologen überwiesen. Bestätigt sich die Diagnose, stellt sich der Patient mindestens halbjährlich beim Facharzt vor. Wird ein stationärer Klinikaufenthalt nötig, steht im Rahmen der sektorübergreifenden Behandlung die MHH als Akutklinik und universitäres Zentrum zur Verfügung. Von allen an der Therapie Beteiligten wird regelmäßig der Krankheitsverlauf jedes Patienten dokumentiert. Die Daten wertet das Rheumazentrum kontinuierlich wissenschaftlich aus. Außerdem nimmt die Rheuma-Liga Niedersachsen e.V. an dem Pilotprojekt teil, die ambulante Patientenschulungsseminare für Betroffene anbietet.

Das integrierte Versorgungsprogramm garantiert den Patienten eine zügige Weiterbehandlung. Obwohl es bei den entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen besonders auf einen raschen Therapiebeginn ankommt, wird die Diagnose bislang oft erst spät gestellt. Nur durch eine schnell einsetzende Behandlung kann die Zerstörung der Gelenke aufgehalten werden. Gleichzeitig soll das Projekt helfen, Geld im Sozialsystem einzusparen. Denn: Rheuma gehört bezogen auf die Aufwendungen für Diagnose, Behandlung und Rehabilitation zu den teuersten Erkrankungen überhaupt. "Allein im vergangenen Jahr haben wir je Patient im Durchschnitt mehr als 6000 Euro aufgebracht", so Kailuweit abschließend.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Rentenversicherung Rheumazentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie