Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebs als psycho-soziale Herausforderung

15.10.2001


Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober weist die Deutsche Krebshilfe darauf hin, dass Brustkrebs nicht nur eine medizinische, sondern auch eine psycho-soziale Herausforderung ist: „Nicht selten leidet die betroffene Patientin nicht nur unter ihrer Diagnose, sondern zusätzlich auch unter der gegenwärtigen Struktur des Medizinbetriebs“, betonte Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe. Die Deutsche Krebshilfe wird ein Projekt durchführen um die Ablauforganisation der Krankenversorgung brustkrebskranker Frauen zu evaluieren. Die Kosten für diese Untersuchung wurden mit rund 340.000 Mark veranschlagt.

... mehr zu:
»Brustkrebs

Jahr für Jahr erkranken 46.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Zum Schrecken der Diagnose kommt nicht selten auch der Schrecken des Wegs durch den „Medizinbetrieb“: Bislang gestaltet sich der Weg einer Patientin von den ersten Symptomen der Krebserkrankung über die Diagnose und Therapie bis hin zur Nachsorge recht unterschiedlich. Nicht immer gerät eine kranke Frau an Ärzte, die interdisziplinär denken und viel Erfahrung mit der Behandlung von Brustkrebs haben. „Wir müssen heraus finden, wo die Schwachstellen im System sind. Nur so können wir wirksame Änderungen in Gang setzen. Ziel muss es sein, jeder Patientin in Deutschland eine gleichbleibend hohe Qualität der onkologischen Versorgung anbieten zu können“, betonte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Qualifizierte Befragungen von Brustkrebspatientinnen, die von den Krankenkassen initiiert wurden, zeigen, dass die Frauen immer wieder mit organisatorischen Herausforderungen zu kämpfen haben: Oft mangelt es an Kommunikation zwischen den verschiedenen Versorgungsebenen (ambulante, stationäre und nach-stationäre Betreuung), oder die angebotenen medizinischen Leistungen entsprechen nicht den internationalen Qualitätsstandards. Aus dem Blick der Patientin sollen die Ablaufprozesse nun im Rahmen einer groß angelegten Studie untersucht werden. Dabei werden sowohl die objektiven Faktoren als auch die subjektiven Empfindungen der Patientinnen berücksichtigt. Die Ergebnisse, die im nächsten Jahr vorgelegt werden sollen, sind vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um die Verbesserung der Qualität der Versorgung von schwerst- und chronisch kranken Menschen von großer Bedeutung. Der Brustkrebs gehört zu denjenigen Tumoren, die bei der Entwicklung von „Disease-Management-Programmen“ der Krankenkassen vorrangig berücksichtigt werden.


Interviewpartner auf Anfrage!

Info-Kasten Brustkrebs

Jährlich erkranken etwa 46.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs, 19.000 sterben daran. Auf der Liste der krebsbedingten Todesursachen in Deutschland rangiert das Mammakarzinom bei Frauen an erster Stelle. Steht die Diagnose Brustkrebs fest, so ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Im Anschluss bestrahlen die Ärzte die Brust, um die bei einer Operation nicht entfernten Krebszellen zu vernichten. In bestimmten Fällen wenden sie ergänzend eine Chemo- oder Hormontherapie an. Wird ein Tumor im Frühstadium erkannt, so liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt daher die Bemühungen um ein flächendeckendes, qualitätsgesichertes Mammographie-Screening bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren, mit dem die Früherkennung von Brustkrebs verbessert werden soll.


| Deutsche Krebshilfe e.V.

Weitere Berichte zu: Brustkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics