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Mit Antikörper-Therapie gegen Eierstock-Krebs

17.01.2006


Ausbruch aus dem Teufelskreis hemmt Tumorwachstum


An Eierstock-Krebs erkranken in Deutschland jährlich etwa 8.000 Frauen. Jetzt haben Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) einen Angriffspunkt für eine neue Therapiemöglichkeit identifiziert: Das Adhäsionsmolekül L1, das die Entwicklung von Tumoren fördert. "Die Therapie ist antikörperbasiert", erklärt Hans-Peter Altevogt, Forschungsgruppenleiter des dkfz, im Gespräch mit pressetext. "Der Antikörper bindet an L1 und blockiert damit das Wachstum des Tumors." Erste Erfolge haben die Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen, die im Fachmagazin Cancer Research erschienen ist.

Das membrangebundene Molekül L1 interagiert normalerweise mit anderen Molekülen und führt zur Zellteilung. Problematisch wird es erst bei entarteten Zellen. Trifft L1 auf solche, wandern die Krebszellen ab und der Tumor breitet sich aus. Die Forscher beobachteten, dass Tumore verstärkt L1 produzieren, während L1 wiederum die Entwicklung von Tumoren fördert. In genau diesen Teufelskreis greift nun die neue Behandlungsmethode ein: Die L1-Antikörper heften sich an das Molekül, drosseln dadurch das Wachstum des Tumors und verhindern durch Quervernetzung die Abwanderung.


Das Forscherteam um Altevogt wies nach, dass die Tumormenge im Maus-Modell durch eine Antikörpergabe um bis zu 63,5 Prozent gesenkt werden kann. Auch in vitro beobachteten die Wissenschaftler ähnliches. Jetzt soll der gegen L1 gerichtete Antikörper an den menschlichen Organismus angepasst werden. "Die Phase 1 der klinischen Tests am Menschen erwarten wir bereits 2007", sagt Altevogt gegenüber pressetext. Doch erst in etwa drei Jahren wisse man genau, ob und wie erfolgreich dieser Ansatz sei.

Bisher begann die Behandlungsstrategie bei Eierstock-Krebs mit einer Operation, bei der alle sichtbaren Tumore entfernt wurden. "Doch ein Tumorrest bleibt immer", erläutert Altevogt. Deshalb wird zusätzlich eine Chemo-Therapie durchgeführt. "Das Problem dabei ist, dass sich das Ovarialkarzinom oft als resistent erweist." Hier komme nun die Antikörper-Therapie ins Spiel, welche die Teilung der kranken Zellen verhindere. Die neue Behandlungsmethode soll also mit anderen Therapien kombiniert werden, um einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen.

Lisa Hartmann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

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