Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Psychologen erforschen die Ursachen von Parkinson im BMBF-Verbundprojekt

12.01.2006


Psychologen erforschen die Ursachen von Parkinson


BMBF bewilligt Verbundprojekt zu kognitiven Störungen
Weg von der bloßen Symptombekämpfung



Die Hirnmechanismen bei Lernprozessen stehen im Mittelpunkt eines Verbundprojekts, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dem Institut für Kognitive Neurowissenschaft (Leitung: Prof. Dr. Onur Güntürkün) der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität bewilligt hat. Das in diesem Rahmen eingerichtete Zentrum zur Erforschung kognitiver Störungen beim Menschen wird mit 742.500 Euro für zunächst drei Jahre gefördert. Das Vorhaben wurde als eines von sieben in Deutschland von einem internationalen Gutachter-Gremium aus 34 Verbundanträgen ausgewählt. In dem Bochumer Forschungsverbund arbeiten das Institut für Kognitive Neurowissenschaft (Abteilungen Bio- und Neuropsychologie), die Neurologische Universitätsklinik der RUB im St. Josef Hospital und das Bernstein Centers für Computational Neuroscience der Universität Freiburg zusammen. Die Forscher treffen sich am 31. Januar (14 Uhr) zu einem Kick-Off-Meeting in der Ruhr-Universität.

Man lernt nie aus

Man lernt nie aus - wie wahr dieser Ausspruch tatsächlich ist, ermessen Forscher erst allmählich: Unser ganzes Leben lang strukturiert sich unser Gehirn durch Lernprozesse fortwährend um. Grundlage dieses Prozesses ist das sog. rückmeldungsbasierte Lernen. Jede unserer Handlungen hat Folgen, die entweder als Belohnung oder als Sanktionierung wirken. "Diese Rückmeldungen können noch so klein sein und in jedem erdenklichen Bereich vorkommen, z.B. technisch durch einen Computerabsturz nach einem bestimmten Tastendruck oder auch sozial durch die Reaktionen eines anderen Menschen", erläutert Prof. Güntürkün. Für diese Art des Lernens verfügen wir über ein eigenes Hirnsystem, das vermutlich in den Basalganglien des Frontalhirns beheimatet ist. Bei einigen Erkrankungen wie etwa Parkinson ist dieses System gestört.

Grundlagen entschlüsseln

Durch konzertierte neurocomputationale, tierexperimentelle, bildgebungsbasierte, experimentalpsychologische und neurologische Tests wollen die Forscher mehr über die kausalen Mechanismen dieser Störungen herausfinden. "Wir wollen weg von der bloßen Symptombekämpfung bei Parkinson und hin zu neuen Rehabilitationsverfahren, die an der Basis der Erkrankung ansetzen", so Prof. Güntürkün. So wird heute z.B. schon erfolgreich die Tiefenstimulation des Gehirns bei Parkinsonpatienten angewandt, wobei sich die Symptome auf Knopfdruck über fest eingesetzte Elektroden in bestimmten Hirnbereichen abschalten lassen. Warum das funktioniert, ist allerdings noch ungeklärt. "Ziel des Forschungsverbundes ist es, durch die Entschlüsselung der neurobiologischen Grundlagen dieser Defizite zu einem besseren Verständnis der kognitiven Probleme von Patienten mit Schädigungen in diesen Hirngebieten zu erbringen und auf der Grundlage dieser Erkenntnisse zu einer verbesserten Konzeption von Rehabilitationsprogrammen beizutragen", fasst Prof. Güntürkün zusammen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Onur Güntürkün, Lehrstuhl für Biopsychologie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum, Raum GAFO 05/618, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-26213, Fax: 0234/32-14377, E-Mail: onur.guentuerkuen@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Neurowissenschaft Parkinson Psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops