Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In Vitro Maturation (IVM) - Erste Geburt in Deutschland nach neuer reproduktionsmedizinischer Behandlungsform

19.12.2005


Der Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG Prof. Dr. Klaus Diedrich teilte heute die Geburt des ersten Kindes in Deutschland nach In Vitro Maturation IVM mit. Die In-Vitro Maturation wurde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck durchgeführt.

... mehr zu:
»Eizelle »IVF-Behandlung »IVM

Die am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, im Rahmen einer Studie untersuchte Methode der In Vitro Maturation (exkorporale Reifung der Eizellen) führte jetzt zur ersten Geburt in Deutschland eines mit diesem Verfahren gezeugten Kindes. In Deutschland wird diese neue Behandlung erst in den Universitätskliniken Lübeck und Heidelberg angeboten.

Prof. Klaus Diedrich, Klinikdirektor und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG erläutert: "Die In Vitro Maturation (IVM) stellt eine innovative Möglichkeit zur Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches dar. Bei der IVM-Behandlung werden Eizellen im natürlichen Zyklus nach kurzer und niedrig dosierter Hormongabe im noch unreifen Stadium gewonnen und über wenige Stunden außerhalb des Körpers gereift, während bei der konventionellen In Vitro-Fertilisation (IVF)-Therapie das Heranreifen von Eizellen im Körper der Frau durch eine hoch dosierte, oft nebenwirkungsreiche und kostenintensive Hormongabe stimuliert wird." Bei der IVF-Behandlung muss in fünf bis acht Prozent der Fälle mit der Gefahr eines Überstimmulationssyndroms mit Folgen von Thrombose oder Embolie, sowie allgemeinen Nebenwirkungen gerechnet werden. Die Kosten bei IVM liegen ca. 50 Prozent unter dem bisherigen Kostenansatz für eine herkömmliche IVF-Behandlung (3.000 EURO). Die IVM Methode ist für jüngere Frauen bis 37 Jahre geeignet.


Die Befruchtung und Rückübertragung von Embryonen laufen bei der In Vitro Maturation (IVM) nach dem gleichen Prinzip wie bei dem herkömmlichen IVF-Verfahren ab.

Durch die Anwendung dieser Methode ist es jetzt bundesweit erstmals gelungen, einer 31-jährigen Patientin, die seit drei Jahren an unerfülltem Kinderwunsch litt, eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Nach unauffälligem Schwangerschaftsverlauf wurde die Patientin am 14.12.2005 von einem gesunden Jungen spontan entbunden. Mutter und Kind sind wohlauf.

Das Kinderwunschteam aus Lübeck freut sich über den Erfolg dieses modernen Behandlungskonzeptes und wird die Behandlung, fortsetzen. "Nach den bisherigen Erfahrungen stellt diese Methode langfristig eine Alternative zu den heute etablierten Behandlungskonzepten der Reproduktionsmedizin dar," so Prof. Diedrich abschließend.

Anfragen & Kontakte:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Prof. Dr. K. Diedrich
Oberarzt Dr. Sören von Otte
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Deutschland
Tel.: 0049 451 500 6374
Tel.: 0049 451 500 2141
Fax: 0049 451 500 2139
e-mail:diedrich@medinf.mu-luebeck.de
e-mail: svonotte@gmx.de

verantwortlich:
Isa Berndt
Referentin des Vorstands
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Heilmannstr. 25 h
81479 München
Tel. +49 89 791 51 60
AB und Fax +49 89 791 85 20
Mobil +49 173 85 64 697
e.mail id.berndt@t-online.de

Isa Berndt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dggg.de

Weitere Berichte zu: Eizelle IVF-Behandlung IVM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten