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Das Geschäft mit den gesunden Kapseln - Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel

07.12.2005


Jeder dritte Deutsche greift zu Nahrungsergänzungen in Form von Pillen, Kapseln oder Pulvern - so das Ergebnis einer Forsa-Studie. Besonders bei jungen, sportlichen und gestressten Menschen mit ausgeprägtem Gesundheitsbewusstsein und höherem Bildungsstand liegen die Erzeugnisse im Trend. Für die Industrie hat sich damit ein großer Markt eröffnet, der auf mindestens 1 Mrd. Euro Jahresumsatz allein mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten in Deutschland geschätzt wird.



Die Vertriebswege für Nahrungsergänzungsmittel sind vielfältig. Inzwischen sind sie fast überall erhältlich. Der internationale Markt ist durch einen häufigen Wechsel von Firmen und Produkten gekennzeichnet, was die Kontrolle für die Aufsichtbehörden, die Wettbewerbsvereine und die Gerichte erschwert. Blicken die Verbraucher da überhaupt noch durch? Der aid infodienst hat einen Leitfaden zusammengestellt, damit Sie beim Einkauf keinen unseriösen Anbietern auf den Leim gehen. Doch noch vor dem Kauf eines Produktes sollte die kritische Frage nach der Notwendigkeit einer Nahrungsergänzung stehen, denn die Vitamin- und Mineralstoffversorgung in Deutschland hat im Durchschnitt ganzjährig ein hohes Niveau. Lediglich bei Vitamin D, Folat, eventuell Vitamin E und Jod könnten Versorgungslücken entstehen. Natürlich gibt es aber in jeder Altersgruppe Menschen, die vom Durchschnitt abweichen und nicht optimal versorgt sind.



Beim Kauf eines Präparates sollte Vorsicht geboten sein, wenn auf der Verpackung keine vollständige Anschrift des Vertreibers steht bzw. nur eine Anschrift im Ausland angegeben ist. Auch bei "Wundermitteln", Vorher-Nachher-Vergleichen mit Fotos und Dankesschreiben von zufriedenen Kunden sollten Sie vorsichtig sein. Aussagen über die Verhütung oder Behandlung von Krankheiten sind bei Nahrungsergänzungsmitteln verboten und damit unseriös. Sollten nach einem Kauf Zweifel kommen, ob das erworbene Präparat gesetzlichen Bestimmungen entspricht, können Sie sich professionellen Rat bei allen Verbraucherzentralen und bei den Lebensmittelüberwachungsbehörden einholen. Vielleicht reicht es aber auch schon, die Ernährung durch kleine Änderungen zu optimieren statt gleich zur Pille zu greifen. Am besten lassen Sie sich fachkundig beraten, ob überhaupt ein erhöhter Bedarf oder sogar ein Mangel besteht.

Ira Schneider | aid
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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