Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanomanipulationen und Nanomaschinen für die Medizin

02.12.2005


Rund zehn Prozent der von der DFG für die vierjährige Verlängerung des SFB 486 bewilligten 8,3 Millionen Euro fließen an zwei Augsburger Teilprojekte.



Die Augsburger Teilprojekte des Sonderforschungsbereichs "Manipulation von Materie auf der Nanometerskala" (SFB 486) sind für weitere vier Jahre gesichert. Von den 8,3 Millionen Euro, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt für die vierjährige Fortführung dieses im Jahr 2000 eingerichteten und mittlerweile auf seinem Gebiet weltweit als führend anerkannten Sonderforschungsbereichs bewilligt hat, entfallen 0,8 Millionen Euro auf die beiden Projekte der Augsburger Physiker Prof. Dr. Peter Hänggi (Lehrstuhl für Theoretische Physik I) und Prof. Dr. Achim Wixforth (Lehrstuhl für Experimentalphysik I).

... mehr zu:
»Nanomaschine »Physik »Teilprojekt


Nanotechnologie und Nanowissenschaften stehen mehr denn je im Brennpunkt spannender Problemstellungen der supramolekularen Chemie, der Festkörperphysik und der physikalischen Biologie. Im SFB 486, bei dem die Ludwig-Maximilians-Universität München federführend ist, erforschen Physiker, Chemiker, Biophysiker und Biochemiker der beiden Münchner Universitäten, der Max-Planck-Gesellschaft und der Universität Augsburg in einem Verbund von insgesamt 19 Teilprojekten die elektro-mechanische und elektro-optische Steuerung von nanoskopischen Systemen. Zwei dieser Teilprojekte werden am Institut für Physik der Universität Augsburg von den Arbeitsgruppen Hänggi und Wixforth bearbeitet.

Nervensignale, Virenwanderwege in Zellen und Nano-Fabriken

In der zurückliegenden Förderperiode sind den beteiligten Wissenschaftlern herausragende Entdeckungen und Fortschritte gelungen. An erster Stelle ist hier die aktive Kontrolle der neuronalen Signalverarbeitung durch gezielte Manipulationen an Ionenkanälen zu nennen. In den kommenden vier Jahren wird sich zum einen Hänggis Arbeitsgruppe nun verstärkt der Frage widmen, wie Viren - etwa das HIV-Virus - in Zellen eindringen und zum Zellkern weiterwandern, und man wird versuchen, die Rolle von seltenen Fluktuationen in Nanomaschinen besser verstehen zu lernen. In einem gemeinsamen Projekt werden die Theoretiker um Hänggi und die Experimentalphysiker am Lehrstuhl Wixforth zum anderen mittels "planer Fluidik" auf strukturierten Chipoberflächen den gezielten Transport von Biomolekülen und anderen Makromolekülen studieren mit dem Ziel, diesen Transport manipulieren zu können. "Wir wollen", erläutert Wixforth, "die Funktionsweise der im Zellinneren aktiven Motorproteine verstehen lernen, um sie dann für den gerichteten Transport nanoskaliger Halbleiter-Bausteine in mikroskopisch kleinen ’Fabriken’ gezielt einsetzen zu können. Konkret streben wir in diesem Projekt die hierfür erforderliche optimale Mischung von Reagenzien in winzigen Volumina an, die etwa einem durch 1.000.000.000.000.000 - das ist eine Milliarde mal eine Million - geteilten Liter entsprechen." Zugleich soll dabei das Verständnis mikrofluidisch induzierter Prozesse bei der Blutgerinnung vorangebracht werden, die u. a. zur Arteriosklerose führen. Und schließlich wird die Realisierung optisch geschalteter molekularer Ventile und maßgeschneiderter Nanotransporter für Pharmaka angestrebt.

"Von der transdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Physikern, Chemikern, Medizinern und Biologen, die sich in diesem SFB 468 aus ihrer jeweiligen Fachkenntnis heraus auf gemeinsame Fragestellungen konzentrieren, versprechen wir uns auch in den kommenden vier Jahren spannende neue Entdeckungen", meint Hänggi.

ANSPRECHPARTNER:

Prof. Dr. Peter Hänggi
Lehrstuhl für Theoretische Physik I,
Telefon 0821/598-3250
peter.haenggi@physik.uni-augsburg.de

Prof. Dr. Achim Wixforth
Lehrstuhl für Experimentalphysik I,
Telefon 0821/598-3301
achim.wixforth@physik.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de/
http://www.physik.uni-augsburg.de/theo1
http://www.physik.uni-augsburg.de/exp1

Weitere Berichte zu: Nanomaschine Physik Teilprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops