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Kleinste Gefäße des Gehirns in 3D und hoch aufgelöst

01.12.2005


Die Zwei-Ebenen-Angiographieanlage liefert hochaufgelöste Bilder kleinster Strukturen. Prof. Dr. Michael Knauth mit der neuen Anlage. Foto: ukg


Die 3-dimensionle Rekonstruktion eines angiographischen Datensatzes zeigt ein Aneurysma einer Hinrarterie. Foto: ukg


Hochmoderne Zwei-Ebenen-Angiographieanlage mit neuester Technologie für Göttinger Neuroradiologie. Zweites Gerät seiner Art bundesweit.


Kleinste Hirngefäße sowie krankhafte Veränderungen an diesen zu erkennen und häufig auch ohne Operation zu behandeln - das ermöglicht eine neue, hochmoderne Zwei-Ebenen-Angiographieanlage möglich. Sie steht seit kurzem in der Abteilung Neuroradiologie (Direktor: Prof. Dr. Michael Knauth) des Bereichs Humanmedizin - Universität Göttingen. Das Gerät ist das zweite seiner Art, das in Deutschland zum Einsatz kommt, und erweitert die Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten der Neuromedizin in Göttingen.

Bislang einmalig in Deutschland: Mit der Angiographieanlage lassen sich auch computer-tomographische Schnittbilder aufnehmen. Damit können die Göttinger Neuroradiologen und Neurochirurgen minimal invasive Behandlungen unmittelbarer und noch genauer überprüfen. Mögliche Komplikationen lassen sich nun früher erfassen und behandeln. Darüber hinaus helfen die Schnittbilder auch den Neurochirurgen bei der Operationsplanung und -durchführung.


"Wir sehen mehr und das noch genauer", sagt Professor Knauth, Direktor der Göttinger Abteilung Neuroradiologie. Kleinste Hirngefäße, die bisher "unsichtbar" waren, macht eine neue Technologie sichtbar. Es ist die so genannte Zwei-Ebenen-Angiographieanlage AXIOM Artis dBA mit DYNA CT der Firma Siemens Medical Solution. Sie liefert hoch aufgelöste Bilder kleinster Strukturen.

Kernstück der neuen Anlage sind spezielle Flachbilddetektoren. Sie ersetzen die bisher übliche Bildverstärkerkette. Dabei wird eine deutlich bessere Bildqualität erreicht: Hirngefäße werden kontrastreicher dargestellt, der Detailerkennbarkeit erhöht.

Genauere Bilder, Fortschritte in der Kathetertechnologie sowie neuartige Mikromaterialien erlauben es, bestimmte Gefäßerkrankungen gezielt ohne Operation zu behandeln. "Krankhafte Veränderungen der Blutgefäße des Gehirns, wie zum Beispiel Einengungen (Stenosen), Aussackungen (Aneurysmen) oder Gefäßmissbildungen können in bisher unerreichter Genauigkeit diagnostiziert und unter bestimmten Voraussetzungen oft auch minimal invasiv behandelt werden", sagt Prof. Knauth.

Bei der minimal invasiven, auch "endovaskulär" genannten Therapie werden die krankhaften Gefäßveränderungen vom Gefäßinneren aus - ohne Operation - mit Hilfe von Mikromaterialien behandelt. Durch die Zwei-Ebenen-Technologie lässt sich die minimal invasive Behandlung aus zwei Richtungen gleichzeitig - also räumlich - verfolgen. Wenn der Neuroradiologe feinste Platinspiralen oder kleine Stents zur Behandlung durch die Adern bis ins Gehirn führen, ist der Blick aus einer zweiten Richtung wichtig. "So kann ich optimal die einzelnen Behandlungsschritte kontrollieren", sagt Prof. Knauth.

Die Abbildungen zeigen ein Beispiel, wie eine Aussackung an einem Hirngefäß (Abb. 1) bzw. eine Einengung einer hirnversorgenden Arterie (Abb. 2) minimal invasiv behandelt werden kann.

Abb.1: Der linke Teil der Abb. (a) zeigt ein Aneurysma (Pfeil) der Hirnstammarterie. Während der Behandlung (b) befindet sich ein Mikrokatheter im Aneurysma, es werden Platinspiralen (weißer Pfeil) in das Aneurysma eingebracht. Am Ende der Behandlung (c) ist das Aneurysma komplett ausgeschaltet (Pfeil).

Abb.2: Der zum Gehirn ziehende Teil der Halsschlagader weist eine hochgradige Einengung auf (a, Pfeil). Nach Einbringung eines Stents (b, Pfeil) und Aufdehnung der Gefäßenge stellt sich wieder ein normaler Gefäßdurchmesser der hirnversorgenden Arterie dar (c, Pfeil).

Weitere Informationen:
Bereich Humanmedizin - Universität Göttingen
Abt. Neuroradiologie, Prof. Dr. Michael Knauth
Tel. 0551/39 - 6643, E-Mail: michael.knauth@med.uni-goettingen.de

Bereich Humanmedizin - Georg-August-Universität Göttingen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Stefan Weller
Robert-Koch-Str. 42 - 37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 99 59 - Fax: 0551/39 - 99 57
E-Mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.humanmedizin-goettingen.de

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