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Altersdemenz

30.11.2005


Gesundheitsberichterstattung: Heft zur Altersdemenz erschienen



Etwa eine Million Menschen im Alter von 65 Jahren und älter sind in Deutschland von einer mittelschweren oder schweren Demenz betroffen und in der Regel nicht mehr zur selbstständigen Lebensführung in der Lage. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt bei nahezu 200.000, etwa zwei Drittel entfallen auf die Alzheimer-Krankheit. Altersdemenz ist das Thema des Heftes der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE). Auf 40 Seiten wird ein Überblick geboten über Krankheitsformen, Risikofaktoren, Prävention, Häufigkeit, Diagnostik, Therapie, Forschung, ärztliche Inanspruchnahme, Versorgung in Einrichtungen der Altenhilfe sowie Kosten.

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Die Häufigkeit demenzieller Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter stark an, von weniger als zwei Prozent bei den 65- bis 69-Jährigen auf über 30 Prozent bei den 90-Jährigen und Älteren. Aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer Menschen wird die Zahl der Erkrankungen in Zukunft steigen.

Etwa 60 Prozent der Demenzkranken leben in Privathaushalten. Vor allem die zusätzlich zu den kognitiven Störungen auftretenden Verhaltensprobleme der Erkrankten erhöhen die Belastungen pflegender Angehöriger erheblich. Daher sind Demenzen auch der mit Abstand wichtigste Grund für die Aufnahme in ein Heim. Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 400.000 demenziell erkrankte Menschen in Alten- und Pflegeheimen versorgt werden, das sind nahezu zwei Drittel aller Pflegeheimbewohner.

Demenzen gehören zu den teuersten Krankheiten im Alter. In Deutschland wurden für die Alzheimerdemenz pro Patient und Jahr durchschnittlich Kosten von knapp 44.000 Euro ermittelt, wobei 68 Prozent auf die Familie entfallen, 30 % auf die gesetzliche Pflegeversicherung und 2,5 Prozent auf die gesetzliche Krankenversicherung.

Der Oberbegriff Demenz umfasst eine Reihe von Krankheitsbildern mit unterschiedlicher Ursache. Die Alzheimer-Demenz ist eine degenerative Demenz. Die mit 15 bis 20 Prozent zweithäufigste Form sind vaskuläre Demenzen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, hinzu kommen ernährungsbedingte oder durch Stoffwechselstörungen bedingte Demenzen, zum Beispiel die Alkoholdemenz, außerdem entzündlich bedingte oder übertragbare Erkrankungen, die zu den Gehirnschäden führen, zum Beispiel AIDS-Demenz, und die durch Schädel-Hirn-Trauma bedingten Demenzen. Die Folge der meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns ist die Störung vieler höher Funktionen wie Gedächtnis, Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Diese kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet. Es treten deshalb bei Demenzkranken häufig andere psychische Auffälligkeiten auf, zum Beispiel Depressionen, Schlafstörungen, Angst, Wahnwahrnehmungen, Halluzinationen und Aggressionen.

Kontakt:
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Susanne Glasmacher | idw
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