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Defekte Gene können vor Aids schützen

02.10.2001


In den USA und Frankreich sind erste klinische Tests mit einer neuen Klasse von Aidsmedikamenten angelaufen. Die Wirkstoffe nutzen einen Mechanismus, der einen weitgehenden Schutz gegen die Immunschwäche verleiht. Dieser Mechanismus funktioniert nur bei Menschen, die einen gewissen Gendefekt aufweisen - dieser konnte bislang lediglich bei einem Teil der europäischstämmigen Bevölkerung entdeckt werden.

In ihrer neuen Ausgabe beschreibt DIE ZEIT diese neue Testreihe: Das Medikament SCH-C des US-Pharmakonzerns Schering-Plough blockiert den sogenannten CCR5-Rezeptor auf den Immunzellen, der von dem HI-Virus als Eintrittspforte bei der Infektion genutzt wird. Ein weiterer Wirkstoff wird von Hoffmann-Laroche und einem US-Pharmaunternhmen derzeit entwickelt.

Die Forschung an der neuen Medikamentenklasse begann, nachdem Genforscher festgestellt hatten, dass Menschen mit einem erblichen Defekt im CCR5-Gen nur selten mit HIV infiziert werden. Der Gendefekt hat sich nach Ansicht von Wissenschaftlern im Gefolge einer verheerenden Epidemie vor rund 4000 Jahren in Europa verbreitet, weil er auch gegen den unbekannten Erreger dieser vorzeitlichen Seuche Schutz bot. Zwischen fünf und 13 Prozent der europäischen Bevölkerung tragen bis heute den Defekt im Erbgut.

DIE ZEIT erscheint bereits am Dienstag

Aufgrund der aktuellen Weltlage wird DIE ZEIT zwei Tage vor ihrem normalen Erscheinungstermin an den Kiosken liegen. Die Wochenzeitung enthält außerdem eine Literatur-Beilage im Umfang von 120 Seiten.

Elke Bunse | ots

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