Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen 800fach vermehrt: RUB-Forscher entwickeln neues Produktionsverfahren

21.11.2005


Stammzellen im Einsatz am Patienten


Neues Produktionsverfahren ermöglicht 800fache Vermehrung
Wissenschaftspreis für RUB-Forscher aus dem HDZ-Oeynhausen



Erstmals haben Wissenschaftler ein geschlossenes Produktionsverfahren entwickelt, mit dem sie adulte mesenchymale Stammzellen für die Therapie am Patienten gewinnen und anreichern können. Für diese Entwicklung wurden kürzlich Dr. Martin Gastens und Dr. Wolfgang Prohaska mit dem Preis für wissenschaftliche Posterpräsentationen auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) ausgezeichnet. Die beiden Wissenschaftler arbeiten am Uni-Blutspendedienst OWL im Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin des Herz- und Diabeteszentrum NRW - Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (Direktor: Prof. Dr. Knut Kleesiek). Ihre Arbeit wurde aus mehr als 220 Forschungsbeiträgen ausgewählt.

800fach vermehrte Stammzellen

Mesenchymale Stammzellen können sich durch Teilung vermehren und unterschiedliche neue Funktionen übernehmen, etwa als Muskel-, Knochen-, Knorpel-, Gefäß- oder Nervenzellen. Der Körper setzt sie dort ein, wo Reparaturen nötig oder wo Zellen kurzlebig sind. Doch nur eine hohe Dosis gewährleistet Erfolg in der Stammzelltherapie - etwa 500 ml bis 1.500 ml Knochenmark. Diese Entnahme belastet aber die Patienten sehr. Nur 50 ml benötigen die RUB-Wissenschaftler. Mit dem neuen Verfahren reichern sie die wenigen Stammzellen an und bringen sie zum Wachsen. Bei dem speziellen, automatisierten Prozess nutzen sie das patentierte Zellkultursystem der Firma Aastrom Bioscience, USA. Nach zwölf Tagen reinigen, konzentrieren und überprüfen sie die Zellen auf ihre Qualität: Das fertige Produkt ist ein um das 800fache angereichertes, für den Patienten individuell erzeugtes Arzneimittel.

Neue Studie für Diabetiker

In einer klinischen Studie will nun das Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) prüfen, ob man mit dem Stammzellprodukt auch Diabetes mellitus-Patienten behandeln kann, die an Durchblutungsstörungen leiden (Leitung: Prof. Dr. Diethelm Tschöpe). Durchblutungsstörungen sind die häufigste Ursache, warum man bei Zuckerkranken Gliedmaßen amputieren muss ("Diabetiker-Fuß").

Uni-Institut mit großer Erfahrung

Der Uni-Blutspendedienst OWL ist Teil des Institutes für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin des HDZ. Das Institut verfügt über jahrelange Erfahrungen bei der Herstellung von Blutprodukten und hat mit dem ausgezeichneten Verfahren von der Bezirksregierung in Detmold und der Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, die Genehmigung erhalten, Stammzellpräparate für die Behandlung von Patienten herzustellen.

Weitere Informationen
Dr. rer. nat. Martin Gastens, Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Georgstr.11, 32545 Bad Oeynhausen, Tel: 05731/ 972002, Fax: 05731/ 972307, E-Mail: mgastens@hdz-nrw.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

Weitere Berichte zu: RUB-Forscher Stammzelle Transfusionsmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie