Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biofeedback gegen Schnarchen: elektronischer Schnarch-Schnuller

04.11.2005


Zahnmediziner am Universitätsklinikum Göttingen erweitern den "Schnarch-Schnuller" um ein "Biofeedback-Gerät" für Diagnostik und Verlaufskontrolle beim "Nuckeln gegen Schnarchen"


Zwei Schnuller



Mit einem neuartigen elektronischen "Biofeedback"-Gerät messen Mediziner am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen die "Nuckel-Kraft" von Schnarch-Patienten. Das handliche Gerät ist eine Weiterentwicklung des seit 2003 in der Abteilung Zahnärztliche Chirurgie (Direktor Prof. Dr. Dr. Hans Georg Jacobs) eingesetzten "Schnarch-Schnullers". Der elektronische Wächter hilft den Ärzten bei der Untersuchung der Ursachen für das Schnarchen und bei der Erfolgskontrolle der Behandlung mit dem "Schnarch-Schnuller". Zurzeit wird das Gerät in der Sprechstunde im Universitätsklinikum Göttingen bei der Erstuntersuchung und zur Optimierung der Übungen eingesetzt.

... mehr zu:
»Chirurgie


"Regelmäßiges Fitness-Training mit der Membran-Trichterplatte beseitigt oder verringert bereits jetzt bei mehr als sieben von zehn Betroffenen den nächtlichen Lärmpegel", sagt Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Leitender Oberarzt in der Abt. Zahnärztliche Chirurgie und Leiter der Rhonchopathie-Sprechstunde im Göttinger Universitätsklinikum. Die "Nuckel-Übungen" helfen, den Mund- und Rachenraum durch einen physikalischen Trick zu stabilisieren. Der Patient lernt, die Zunge auch nachts in ihrer Park-Position am Gaumen hinter den Frontzähnen zu halten, mit hörbarem Effekt auf das nächtliche "Sägen".

Die Signale des elektronischen "Biofeedback"-Gerätes aus dem Mund des Patienten geben den Göttinger Ärzten innerhalb von zehn Minuten einen Hinweis darauf, ob ein Schnarch-Betroffener für die Behandlung mit dem Schnarch-Schnuller geeignet ist. Fünf Minuten Sitzen und fünf Minuten Rückenlage mit dem elektronischen Wächter im Mund reichen dazu aus. Für etwa drei von zehn Patienten eignet sich die Behandlung nicht. Diese Personen leiten die Ärzte unmittelbar zu einem geeigneten Experten weiter. Überflüssige Behandlungskosten und -zeiten lassen sich durch die Untersuchung mit der elektronischen Membrantrichterplatte vermeiden.

Bereits Neugeborene nuckeln mit großer Saugkraft an Brust oder Flasche. Muskeln in Zunge und Rachen erzeugen einen kräftigen Unterdruck in ihrem Mund. Auch Erwachsene beherrschen die Nuckel- und Schluckbewegungen der Säuglinge, nutzen sie aber oft nicht ausreichend. Lautes nächtliches Schnarchen durch ein schlabberndes Gaumensegel kann die Folge sein. "Nuckeln will - wieder - gelernt sein. Und von der intelligenten Anwendung des Schnarch-Schnullers hängt es ab, ob die Behandlung Erfolg hat", sagt Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke.

Der elektronische Schnarch-Schnuller dient bereits jetzt in einem Pilotprojekt mit der Universität de Entre Ríos, Argentinien, zur Ferndiagnose von Schnarchern über das Internet. Später soll das Gerät als elektronischer Heimtrainer serienmäßig hergestellt und vom Patienten zuhause angewandt werden.

Die Rhonchopathie-Sprechstunde ist unter der Telefonnummer (0551) 39-6437 und (0551) 39-8990 für Anmeldungen und Anfragen zu erreichen.

Weitere Informationen:

Bereich Humanmedizin - Georg-August-Universität Göttingen
Abt. Zahnärztliche Chirurgie
Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39-2856
E-Mail: wengelke@med.uni-goettingen.de

Bereich Humanmedizin - Georg-August-Universität Göttingen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Stefan Weller
Robert-Koch-Str. 42 - 37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 99 59 - Fax: 0551/39 - 99 57
E-Mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Humanmedizin Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.humanmedizin-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Chirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe

23.04.2018 | Förderungen Preise

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics