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Gelbe Linsen schonen die Netzhaut

03.11.2005


Ein umfangreiches wissenschaftliches Programm und ein berufspolitisches Gespräch der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft mit der Sächsischen Sozialministerin Helma Orosz erwartet die mehr als 300 Besucher zur Tagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Einige Tagesordnungspunkte: Blaufilterlinsen als Linsenersatz; stereotaktische Hochpräzisions-Radiotherapie gegen große Augentumoren; diabetische Augenerkrankungen und altersbedingte Makuladegeneration.



Zeit: 04. November 2005 bis 05. Januar 2005


Ort: Hörsaal Operatives Zentrum
Liebigstraße 20

Die von Prof. Dr. Peter Wiedemann, Direktor der Universitätsaugenklinik Leipzig, organisierte Tagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft umfasst einen Großteil des Gesamtspektrums der Augenheilkunde. Die klinisch orientierten Beiträge werden von prominenten Referenten vorgetragen und konzentrieren sich auf die Fragestellungen, die in den augenärztlichen Praxis zur Zeit eine besondere Rolle spielen.

Gelbe Linsen filtern den blauen Lichtbereich

Eine dieser Fragen bezieht sich auf den Linsenersatz nach Grauem Star. Diese Alterserkrankung des Auges ist an sich gut zu behandeln. Die eingetrübte Linse wird operativ entfernt und durch eine neue, künstliche, Linse ersetzt. Dieser weltweit häufigste Eingriff am Auge wird in Deutschland ca. 500 000 Mal durchgeführt, an der Leipziger Universitätsaugenklinik bis zu 2000 Mal im Jahr - mit einer Erfolgsquote von 99 %.

"Mit den künstlichen Linsen erreichen die Patienten wieder ihr volles Sehvermögen.", erklärt Prof. Wiedemann. "Aber: wir haben inzwischen eindeutige Hinweise darauf, dass normale weiße Linsen den blauen Lichtbereich ungefiltert durchlassen mit der Folge, dass die Netzhaut Schaden nimmt - genauer gesagt, der Punkt des schärfsten Sehens, die Makula. Die Folge ist eine sogenannte Makuladegeneration. Dabei sterben die Netzhautzellen im Bereich des schärfsten Sehens an. "Die Betroffenen nehmen dann nur noch die Erscheinungen am Rande des Gesichtsfeldes wahr, in der Mitte ist ein schwarzer Fleck.", so der Uni-Augenarzt. Deshalb empfiehlt Prof. Wiedemann gelb eingefärbte Linsen. "Die gelbe Einfärbung filtert den blauen Lichtanteil heraus. Bei älteren Menschen ist Farbe der natürlichen Linsen ebenfalls gelblich."

Neue Therapie gegen große Augentumoren

Diskutiert wird auf der Tagung auch die Einführung der stereotaktischen Hochpräzisions-Radiotherapie, die gegen große Augentumoren eingesetzt wird. Diese an der Leipziger Universitätsaugenklinik gemeinsam mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie entwickelte Therapie erweitert das Therapiespektrum bei großen Augentumoren. "Wir haben damit gerade begonnen und hoffen, damit auch bei großen Augentumoren das Auge erhalten zu können.", erläutert Prof. Wiedemann den Vorteil der neuen Therapieform.

Leipziger Langzeitbeobachtungsstudie bei Diabetikern zu Augenhintergrundsveränderungen

Zuckerkranke können nach einer längeren Diabetes massive Augenprobleme bekommen, die bis zur Blindheit führen können. An der Leipziger Universitätsaugenklinik laufen derzeit einige Studien, die sich mit dieser Problematik befassen. Auch die Leipziger Langzeitbeobachtungsstudie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern zum Stoffwechselverhalten und klinischen Parametern, Analyse der Augenhintergrundveränderungen wird auf der Tagung vorgestellt. "Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass interessante Ergebnisse zu erwarten sind, die zu Fortschritten bei der Behandlung von Netzhauterkrankungen wie diabetische Retinopathie und altersbedingter Makuladegeneration führen.", meint Prof. Wiedemann

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Peter Wiedemann
Telefon: 0341 97-21650
E-Mail: augen@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~auge

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