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Erfolge stabilisieren, Spätfolgen vermeiden

26.09.2001


Deutsche Krebshilfe unterstützt Kölner Hodgkin-Lymphom-Studien

Der Gegner, mit dem es die Ärzte bei der Diagnose "Hodgkin-Lymphom" zu tun haben, war noch vor sechs Jahren nahezu unbekannt. Mittlerweile wissen die Mediziner jedoch, dass bösartig veränderte weiße Blutkörperchen die Keimzellen für diese seltene Krebserkrankung sind. Die Deutsche Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe um Professor Dr. Volker Diehl ist maßgeblich an der Entwicklung erfolgreicher Therapiekonzepte beteiligt: Patienten, die an einem fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphom leiden, können heute in 85 bis 90 Prozent der Fälle geheilt werden. Diese Ergebnisse stellte die Studiengruppe jetzt auf dem 5. Internationalen Hodgkin-Symposium vom 22. bis 25. September in Köln vor. Doch der Kongress war nicht nur für die Fachleute von unmittelbarem Nutzen: In Workshops befragten Betroffene und Angehörige die Experten zu Lymphom-Erkrankungen.

Das Hodgkin-Lymphom, eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems, wird relativ selten diagnostiziert: Etwa 2.000 Menschen - meist junge Erwachsene zwischen 25 und 30 Jahren - erkranken jedes Jahr in Deutschland. Die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms ist beispielhaft: Je nach Stadium werden unterschiedlich intensive Behandlungsschemata angewandt, die sich aus Chemotherapiezyklen und Bestrahlungen zusammensetzen. Neueste Therapieerfolge wurden jetzt auf dem 5. Internationalen Hodgkin-Symposium in Köln vorgestellt: "Zum ersten Mal können wir nicht nur in frühen, sondern auch in fortgeschrittenen Stadien des Hodgkin-Lymphoms Heilungsraten von 85 bis 90 Prozent erreichen", so Professor Dr. Volker Diehl, Leiter der Deutschen Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe (DHSG) und Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität Köln.

Die DHSG steigerte damit die Heilungschancen für Patienten im fortgeschrittenen Stadium in den vergangenen 20 Jahren um 40 Prozent. Diese Fortschritte erzielte die Arbeitsgruppe durch die gute Zusammenarbeit von Patienten und Ärzten sowie die hohe Einsatzbereitschaft der einzelnen Zentren in den bislang vier Studiengenerationen. Seit 1993 unterstützt die Deutsche Krebshilfe die DHSG mit insgesamt acht Millionen Mark.

Doch die Finanzierung solcher Therapieoptimierungsstudien wird mehr und mehr zum Problem. Die Diagnose "Hodgkin-Lymphom" kann bei jungen Patienten möglicherweise schon bald nicht mehr zuverlässig gestellt werden. Der Grund: "Die Fehlerrate bei der Feststellung maligner Lymphomerkrankungen ist hoch. Die Diagnosen werden daher in pathologischen Referenzzentren überprüft", schildert Professor Dr. Harald Stein vom Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Benjamin Franklin in Berlin. Die Finanzierung dieser Zentren ist unklar. Harald Stein: "Stellen Sie sich vor, wir behandeln jemanden, der eigentlich keine Behandlung nötig hat. Das ist ethisch untragbar und kostet zudem sehr viel Geld." Mediziner und die Deutsche Krebshilfe fordern daher: Maßnahmen, wie jene Zweitbefundung, müssen von den Krankenkassen übernommen werden.

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Neben den Behandlungserfolgen des Hogkin-Lymphoms im fortgeschrittenen Stadium wurde auf dem von 600 Fachleuten aus 48 Nationen besuchten Kongress vor allem eine Frage ausführlich diskutiert: Wie können wir vermeiden, dass einige der Patienten nach der Therapie unter starken Nebenwirkungen leiden oder sogar ein zweites Mal an Krebs erkranken? In Köln wurden verschiedene biologische Faktoren vorgestellt, die den individuellen Verlauf der Behandlung vorhersagbar machen könnten. Die Wissenschaftler haben das Ziel für jeden einzelnen Patienten mit Hilfe dieser prognostischen Faktoren ein Risikoprofil zu erstellen. Abgestimmt auf die jeweilige Risikogruppe soll dann die Therapie erfolgen.

Der von der DHSG organisierte Kongress war nicht nur für das Fachpublikum von großem Interesse: Mehr als 300 Betroffene und Angehörige kamen zum Patientenseminar "Maligne Lymphome". In Workshops diskutierten Patienten mit Experten über Fragen der Diagnostik, Therapie und Nachsorge sowie über Spätkomplikationen bei malignen Lymphomen. "Die Veranstaltung war ein voller Erfolg", so Dr. Ulrike Holtkamp von der Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe, die zusammen mit dem Kompetenznetz Maligne Lymphome die Veranstaltung organisierte.

Dr. med. Eva M. Kalbheim-Gapp | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de/

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