Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die meisten Hodenkrebspatienten können Vater werden

02.11.2005


76 Prozent zeugten innerhalb von 20 Jahren Kinder



Wissenschafter des Helse Bergen Haukeland Universitetsykehus haben nachgewiesen, dass die meisten Männer, die gegen Hodenkrebs behandelt worden sind, später in der Lage sind Kinder zu zeugen. Es zeigte sich, dass 76 Prozent der Patienten innerhalb von 20 Jahren Väter wurden. Der Untersuchung lagen die Daten von 544 Teilnehmern zugrunde. Die Forscher schreiben im Journal of the National Cancer Institute,dass die Vaterschaftsrate bei Patienten, die sich einer höher dosierten Chemotherapie unterziehen mussten, am niedrigsten war. Aber auch in dieser Gruppe konnte die Hälfte der Männer in der Folge Kinder zeugen.

... mehr zu:
»Chemotherapie »Hodenkrebs


Hodenkrebs gehört bei Männern zwischen dem 20 und dem 40 Lebensjahr zu den am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen. Rund 95 Prozent der Patienten kann durch eine Behandlung geheilt werden. Bisher standen laut BBC nur wenige zuverlässige Daten zur Quantifizierung der Vaterschaften zur Verfügung. Für die aktuelle Studie konzentrierten sich die Wissenschafter auf die Daten von 1.433 Männern, die in Norwegen zwischen 1980 und 1994 gegen Hodenkrebs behandelt worden waren. Diese Patienten wurden in der Folge eingeladen, zwischen 1998 und 2002 an einer Folgestudie teilzunehmen. 554 Männer versuchten nach der Behandlung Vater zu werden. 71 Prozent waren innerhalb von 15 Jahren ohne den Einsatz von eingefrorenem Samen erfolgreich. Innerhalb von 20 Jahren wurden 76 Prozent der Männer Vater.

Laut Studie hing der Erfolg dieser Versuche von der Art der erhaltenen Behandlung ab. Nur 48 Prozent der Männer, die eine höher dosierte Chemotherapie erhalten hatten, wurden Vater. Dabei handelte es sich um Dosierungen von mehr als 85mg Cisplatin. Im Gegensatz dazu wurden 92 Prozent der Männer Vater, die nach der Entfernung des betroffenen Hodens nur medizinisch beobachtet wurden. Durchschnittlich vergingen zwischen der Diagnose und der Geburt des ersten Kindes 6,6 Jahre. Aber auch in diesem Bereich kam es durch die Art der Behandlung zu Unterschieden. Rund 22 Prozent der Paare, die nach der Behandlung Eltern werden wollten, berichteten, dass sie dabei Unterstützung brauchten. Die leitende Wissenschafterin Marianne Brydoy erklärte, dass es wichtig sei, auch weiterhin vor der Behandlung die Aufbewahrung von Sperma anzubieten, da eine mögliche Unfruchtbarkeit derzeit nicht vorhergesagt werden könne.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.helse-bergen.no/english
http://jncicancerspectrum.oxfordjournals.org

Weitere Berichte zu: Chemotherapie Hodenkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie