Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chlamydien - heimliche Epidemie unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

31.10.2005


Infektionen mit Chlamydia trachomatis ("Serogruppen D bis K") gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen weltweit. Die Infektion geht oft ohne Beschwerden einher, kann aber trotzdem schwere Folgen bis hin zur Unfruchtbarkeit haben. Man schätzt, dass Chlamydien für die Hälfte aller Fälle von Sterilität bei Frauen verantwortlich sind. Da dies wenig bekannt ist, sollten Jugendliche und junge Erwachsene besser über Infektionsrisiken informiert werden. Außerdem sollten Ärzte für das Problem der Chlamydien-Infektionen sensibilisiert sowie die Datengrundlagen verbessert werden. Neue Studien könnten mehr Informationen über das Vorkommen der Infektion und die Notwendigkeit von routinemäßigen Untersuchungsangeboten bringen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Fachdiskussion am Robert Koch-Institut, über die im Epidemiologischen Bulletin 43/2005 berichtet wird.



Teilnehmer der Diskussion waren die Deutsche STD-Gesellschaft (STD ist die Abkürzung für sexualy transmitted diseases), die Kassenärztliche Vereinigung Berlin, die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF), pro familia, die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung", sowie das Robert Koch-Institut.



In einer seit Ende 2002 laufenden Erhebung des Robert Koch-Instituts zu sexuell übertragbaren Infektionen sind Chlamydien die am häufigsten festgestellte Infektion. Bisherige Studien aus Deutschland belegten bei 2,5 bis zehn Prozent der über 14 Jahre alten Mädchen und der Frauen eine Infektion. Trotzdem kennen nach Erfahrungen der ÄGGF und von pro familia nur wenige junge Frauen den Begriff "Chlamydien". In den Schulen bleibe die Aufklärung zu sexuell übertragbaren Infektionen häufig auf die HIV/AIDS-Prävention beschränkt.

Auch bei der Ärzteschaft sehen die Experten Handlungsbedarf. Die Diskussionsteilnehmer waren übereinstimmend der Meinung, dass die Aus- und Weiterbildung der Ärzte auf dem Gebiet der sexuell übertragbaren Infektionen verbessert werden müsste. So sei das Wissen um die in den letzten Jahren deutlich verbesserten und inzwischen sehr zuverlässigen labordiagnostischen Nachweisverfahren von Chlamydien kaum verbreitet. Den Patienten werde zudem zu selten ein Chlamydien-Test angeboten.

Von Chlamydien-Infektionen sind insbesondere sexuell aktive Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Die Infektionen verlaufen bei Männern in etwa fünfzig Prozent und bei Frauen in etwa achtzig Prozent ohne Symptome und werden daher meist übersehen. Unerkannte, chronische oder unzureichend behandelte genitale Chlamydien-Infektionen können zu schweren Folgeerkrankungen führen, etwa Beckenentzündungen (pelvic inflammatory disease), Eileiterentzündungen (mit der möglichen Folge einer Bauchhöhlenschwangerschaft), Unfruchtbarkeit (tubare Infertilität) und chronischen Bauchbeschwerden. Bei Männern können die Bakterien eine Entzündungen der Harnröhre (Urethritis) auslösen, Zeugungsunfähigkeit kann die Folge sein.

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: Chlamydien Chlamydien-Infektion ÄGGF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit