Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vater der minimalinvasiven Trichterbrust-OP operiert live in Jena

27.10.2005


Symposium in der Kinderchirurgie des Jenaer Universitätsklinikums stellt aktuelle Goldstandard-Methode mit Live-Operationen vor



Fortschritt misst sich in der Chirurgie mitunter in Zentimetern: Wo früher Narben von 30 Zentimeter Länge kindliche Brustkörbe verunzierten, reichen heute zwei kleine seitliche Schnitte von je drei Zentimetern. Diese genügen jetzt, um die volkstümlich als "Trichterbrust" bekannte Verformung des kindlichen Brustbeins minimalinvasiv zu korrigieren. Diese aktuell als beste Methode in der Kinderchirurgie geltende OP-Methode zur Korrektur der so genannten Trichterbrust ist Thema des am 4. und 5. November stattfindenden "2. European NUSS-Symposium" der Kinderchirurgen am Universitätsklinikum Jena.

... mehr zu:
»Kinderchirurgie


An einer Trichterbrust leiden etwa 0,5 bis 2 Prozent aller Kinder, wobei Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen. Die angeborene Verformung des Brustkorbes, bei der das Brustbein aus bisher ungeklärten Gründen zwischen den Rippenbögen einsinkt, hat in der Regel keine lebensbedrohlichen Folgen, da Organe kaum in Mitleidenschaft gezogen werden. "Es handelt sich eher um ein ästhetisches Problem", erläutert der Jenaer Kinderchirurg Dr. Micha Bahr. "Umso weniger ist es ja auch einzusehen, warum bei einer eher kosmetischen Operation wie der Korrektur der Trichterbrust der Patient große Schnitte erdulden muss", erläutert Bahr die Vorteile des minimalinvasiven Eingriffs.

Zu dem OP-Symposium erwarten die Jenaer Prof. Donald Nuss aus Norfolk, USA, den Vater der nach ihm benannten minimalinvasiven Trichterbrust-Operation. Prof. Nuss wird gemeinsam mit weiteren Kollegen in Live-Operationen das von ihm entwickelte Verfahren des Einführens und Entfernens eines speziellen Korrektur-Metallbügels über zwei kleine Schnitte demonstrieren. Die Eingriffe werden aus dem minimalinvasiven Operationssaal des Klinikums, der als einer der modernsten gilt, zu den Zuhörern in den Hörsaal übertragen.

Gleichzeitig wird eine Neuerung mit lokalem Bezug vorgestellt - die Einbeziehung einer an der Jenaer Klinik entwickelten Saugglocke in die Operation. "Wir freuen uns sehr, mit Prof. Nuss den auf diesem Gebiet erfahrensten Kinderchirurgen bei unserer Tagung begrüßen zu können", so Dr. Micha Bahr, der das Symposium leitet. "Und besonders stolz sind wir darauf, dass er die hier entstandene Saugglocke in die Weiterentwicklung seiner Methode einbezogen hat."

Zu der zweitägigen Tagung werden ca. 50 Kinderchirurgen aus Italien, Spanien, Frankreich, Skandinavien und Deutschland erwartet.

"2nd European Nuss Symposium", 4.-5. November 2005
Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Jena

Ansprechpartner:
Dr. Micha Bahr
Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/9322701
E-Mail: micha.bahr@med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Kinderchirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie