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APKV startet Ernährungsprojekt für Schüler

25.10.2005


Es dauert wohl nicht mehr lange, dann werden dicke Kinder die schlanken hänseln – zumindest, wenn sich die jetzige Entwicklung ungebremst fortsetzt. Experten haben ausgerechnet, dass in 40 Jahren jeder zweite Erwachsene in Deutschland fettleibig sein wird – da sind die Übergewichtigen unterhalb der Krankheitsschwelle noch nicht mal mit eingerechnet.

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Der Trend zur Übergröße ist global: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind heute rund eine Milliarde Menschen auf der Erde übergewichtig, 300 Millionen davon leiden unter Fettsucht (Adipositas).

Immer jünger


Besonders bedenklich: Die Schwergewichte werden immer jünger. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist hierzulande schon jeder dritte Jugendliche und jedes fünfte Kind übergewichtig, fast jedes zehnte Kind gilt als fettleibig. Eine britische Studie warnt bereits, dass die heutige junge Generation die erste sein könnte, die vor ihren Eltern stirbt.

Doch zuvor zwingen die Kosten womöglich erst noch die Gesundheitssysteme in die Knie: Durch Fehlernährung mitbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislaufstörungen, Arthritis oder Diabetes schlagen allein in Deutschland jedes Jahr mit über 70 Milliarden Euro zu Buche. Tendenz steigend.

Ernährungsberater in Hauptschulen

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat in diesem Sommer ein Projekt gestartet, mit dem bei Schülern das Bewusstsein für gesunde Ernährung geschärft werden soll. In der ersten Runde wurden im vergangenen Schuljahr unter dem Motto "Smart Food statt Fast Food" an 50 Hauptschulen im Raum München Workshops veranstaltet, in denen Ernährungsberater Fünft- und Sechstklässlern auf unkonventionelle Art und ohne pädagogischen Zeigefinger aufzeigten, was Leib und Seele zusammenhält – und wann die Bausteine des Lebens zu einer Gefahr werden können.

"Wenn allerdings die Eltern nicht mitziehen", sagt Projektbetreuer Lars Mielke, "geht das Ganze ins Leere." In dem gerade begonnenen Schuljahr wird das Programm bundesweit auf alle großen Städte ausgedehnt.

Zu viel, zu fett, zu süß – das sind die drei Hauptgründe, die nicht nur Deutschland aus den Nähten platzen lassen. Hinzukommt der Mangel an ausreichender Bewegung: Viele Kids sitzen nur noch vorm Fernseher oder am Computer und schieben fett- und zuckertriefende Snacks ein, dass der Kalorienzähler kaum noch mitkommt. Kein Wunder, dass sie über sich hinauswachsen.

Erbanlagen spielen eine Rolle

Wer zu allem Überfluss noch über eine spezielle genetische Veranlagung verfügt, hat im Kampf gegen die Pfunde ganz schlechte Karten. "Zu etwa 60 Prozent sind Erbanlagen dafür verantwortlich, dass jemand Übergewicht entwickelt", erklärt zum Beispiel Professor Johannes Hebebrand von der Uni Marburg.

In früheren Zeiten waren Menschen mit den "Dickmachergenen" evolutionstechnisch sogar im Vorteil. Wer in guten Zeiten genügend Reserven ansammeln konnte, überstand unbeschadet Hungerperioden. Im Überflusszeitalter, in dem einem selbst die einfachsten körperlichen Betätigungen von Autos, Rolltreppen und Fahrstühlen abgenommen werden, auf der anderen Seite ständig kalorienreiche Nahrung preiswert zur Verfügung steht, kehren sich die Pluspunkte von einst ins Gegenteil.

"Diese Umweltbedingungen sind für Menschen mit einer entsprechenden erblichen Belastung eine Katastrophe", so Hebebrand. Um so dringlicher scheinen Anleitungen zum richtigen Ernährungsverhalten.

Informationsdefizit beheben

Dass die APKV sich Hauptschüler als erste Adressatenausgesucht hat, erklärt Lars Mielke mit dem erhöhten Aufklärungsbedarf gerade in dieser Gruppe. Auf den Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Übergewicht verweist auch das Bundesverbraucherministerium.

Nach Erhebungen des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland heute etwa zwei Drittel der Männer leicht bis stark übergewichtig. Bei den Frauen ist es jede Zweite.

Neben anderen Faktoren mag dazu auch ein Defizit an Informationen übergesunde Ernährung, über die Bedeutung einzelner Nährstoffe für den menschlichen Körper und auch das richtige Zubereiten von Mahlzeiten beigetragen haben. Die APKV will mit ihrem Projekt dieses Defizit möglichst frühzeitig beheben – damit aus dicken Kindern nicht auch dicke Erwachsene werden.

| Allianz AG
Weitere Informationen:
http://www.allainz.de

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