Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnung vor hochgiftigem Knollenblätterpilz

19.10.2005


Auch in diesem Jahr warnt die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn vor dem hochgiftigen Knollenblätterpilz. Immer wieder überschätzen Hobbysammler ihr Wissen und nehmen versehentlich giftige Pilze zu sich. Besonders Russlanddeutsche suchen oft Rat beim Giftnotruf der Universitäts-Kinderklinik. Der eigentlich unbedenkliche Amanita citrina, auch gelber Knollenblätterpilz genannt, scheint in ihrer Heimat besonders verbreitet zu sein. Dieser wird jedoch all zu häufig mit dem grünen, hochgiftigen Knollenblätterpilz verwechselt. Bereits der Verzehr von nur einem Pilz dieser Sorte kann zu schweren Leberschäden führen, die im schlimmsten Fall sogar den Tod des Patienten zur Folge haben.



Rund 25.000 Notrufe erreichen die Giftzentrale jedes Jahr. Gerade jetzt im Herbst steigt der Anteil der Pilzvergiftungen wieder stark an. Die stellvertretende Leiterin der Informationszentrale gegen Vergiftungen an der Bonner Universitäts-Kinderklinik Dr. Carola Seidel mahnt alle Pilzsammler eindringlich zur Vorsicht: "Am besten ist es, die selbst gesammelten Pilze von einem Sachverständigen bestimmen zu lassen - im Zweifelsfall sollte jedoch lieber ganz auf den Verzehr verzichtet werden." Die Adressen von solchen Experten können übrigens auch bei der Informationszentrale gegen Vergiftungen erfragt werden.

... mehr zu:
»Knollenblätterpilz


Viel zu oft wird jedoch der Rat von Sachverständigen nicht eingeholt. Die Folgen davon sind Vergiftungen aufgrund von Verwechslungen. Wichtigstes Beispiel dafür ist der Knollenblätterpilz. Nicht alle seiner Arten sind gefährlich. Der harmlose gelbe Knollenblätterpilz ist jedoch für den Laien und Hobbysammler kaum von seinem Verwandten, dem hochgiftigen grünen Knollenblätterpilz zu unterscheiden. Obwohl die gelbe Art im Internet und in vielen Büchern aufgrund dieser Verwechslungsgefahr als ungenießbar oder sogar giftig gekennzeichnet ist, kommt es immer wieder zu schweren Vergiftungen nach dem Verzehr des grünen Knollenblätterpilzes.

"Der Verzehr von nur einem Pilz dieser Sorte reicht aus, um schwere Vergiftungserscheinungen hervor zu rufen", warnt Ärztin Seidel. Nach einigen Stunden treten einem Magen-Darm-Infekt ähnliche Beschwerden auf. Nach ein bis zwei Tagen wird dann auch die Leber angegriffen. Im schlimmsten Fall kann die Leberfunktion komplett ausfallen und die Vergiftung tödlich verlaufen.

Dr. Inka Väth | idw
Weitere Informationen:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/
http://www.ukb.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Knollenblätterpilz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie