Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was kommt in Deutschland auf den Tisch?

11.10.2005


Nationale Verzehrsstudie II geht in die Öffentlichkeit



Was haben Sie heute gegessen und getrunken? Wie ernähren Sie sich normalerweise? Haben Sie auswärts gegessen oder zuhause? Diese und ähnliche Fragen werden in den nächsten Monaten überall in Deutschland gestellt. 20.000 Menschen zwischen 14 und 80 Jahren können an der großen "Nationalen Verzehrsstudie II" teilnehmen. Die in diesem Umfang in Deutschland bisher einmalige Studie gilt als Meilenstein der deutschen Ernährungsforschung.



Das Lebensmittelangebot und unsere Ernährungsgewohnheiten haben sich in den vergangenen Jahren sehr geändert. Das wirkt sich zweifellos auch auf die Nährstoffversorgung der Bevölkerung aus. Wir wissen aber wenig darüber, was die Menschen in Deutschland heute wirklich essen, denn die letzte große Verzehrserhebung liegt fast 20 Jahre zurück. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat daher die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe beauftragt, die Nationale Verzehrsstudie II (NVS II) durchzuführen.

Zielsetzung der Studie

Ernährungsmitbedingte Erkrankungen nehmen in Deutschland besorgniserregend zu. Die Studie wird helfen, die Ursachen hierfür genauer zu analysieren: Wie ernähren sich Menschen verschiedenen Alters und unter verschiedenen Lebensumständen? Wie gut sind sie ernährt - welche Personengruppen sind besonders durch Fehl- oder Mangelernährung gefährdet? Gibt es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, Nord- und Süddeutschland? Erst dieses Wissen ermöglicht eine zielgerichtete, wirksame Ernährungsberatung. Die Studienergebnisse werden zeigen, wie man Krankheiten, die durch ungünstige Nährstoffversorgung gefördert werden, besser vorbeugen kann. Das bedeutet mehr Gesundheit und Wohlbefinden und geringere Behandlungskosten.

Ablauf der Befragung

Nach einer anerkannten statistischen Methode ausgewählte Frauen und Männer aller Altersgruppen zwischen 14 und 80 Jahren werden eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen. In einem persönlichen Gespräch werden die Studienteilnehmer um Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände gebeten. In den darauffolgenden Wochen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch zweimal angerufen und gefragt, was sie in den letzten 24 Stunden gegessen haben.

Die Befragungen erfolgen zwischen Anfang November 2005 und Ende November 2006, um jahreszeitliche Schwankungen der Ernährung mit zu erfassen. In dieser Zeit können 20.000 Personen an der Studie teilnehmen. Die Antworten werden anonym statistisch ausgewertet. Darüber hinaus erhält jeder Teilnehmer eine kostenlose persönliche Auswertung seiner Ernährungsgewohnheiten, die - selbstverständlich streng vertraulich - von der Forschungsgruppe in der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) in Karlsruhe erstellt wird.

Ausblick

Die Nationale Verzehrsstudie II ist ein Meilenstein der deutschen Ernährungsforschung: Über die reine Erfassung der gegenwärtigen Ernährungssituation hat sie auch die Aufgabe, Methoden zu entwickeln und zu testen, mit denen Informationen über die Verzehrsgewohnheiten der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland, aber auch von Menschen in besonderen Lebenssituationen wie Senioren oder ausländischen Mitbürgern regelmäßig und zuverlässig gewonnen werden können.

Denn die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung werden sich ebenso wie die gesamten Lebensumstände voraussichtlich weiter schnell ändern. Deshalb strebt das Verbraucherschutzministerium des Bundes eine regelmäßige Untersuchung der Ernährungsgewohnheiten der in Deutschland lebenden Menschen an.

Für die Entscheidungsträger in Politik, Gesundheitswesen und Verbänden sind diese Informationen wichtig, denn die Ernährung spielt eine zentrale Rolle nicht nur für die Gesundheit jedes Menschen, sondern für seine gesamte Lebensqualität. Das geht über die ausreichende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen weit hinaus: Ein gemeinsames Essen mit Kollegen oder der Familie hat auch eine soziale Bedeutung. Was wir essen, wann und mit wem, ist Teil unserer Kultur.

Die Teilnehmer der Nationalen Verzehrsstudie II tragen damit zu einem richtungweisenden Projekt der deutschen Ernährungsforschung bei. Deshalb ist es entscheidend, dass möglichst jeder eingeladene Mitbürger sich die Zeit für das ausführliche persönliche Gespräch und die beiden Telefonate nimmt.

Ansprechpartnerinnen:
Dr. Marianne Eisinger-Watzl, Dr. Ute Wagner
Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel
Haid-und-Neu-Straße 9
76131 Karlsruhe
Tel.: 0721-6625-266
E-Mail: marianne.eisinger-watzl@bfel.de, u.wagner@bfel.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.was-esse-ich.de

Weitere Berichte zu: Ernährungsforschung Verzehrsstudie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik