Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Depressionen: Wenn der Herbst krank macht

18.09.2001


Bis zu 800.000 Menschen leiden in Deutschland unter saisonal abhängigen Depressionen

Trübes Wetter und dunkle, verregnete Herbsttage schlagen bei vielen Menschen auf die Stimmung. Bei rund einem Prozent der Bevölkerung geht es aber um mehr als eine vorübergehende Traurigkeit. Sie leiden unter saisonal abhängigen Depressionen, auch bekannt als "Herbst- oder Winterdepression". Die Krankheit beginnt in den Herbstmonaten und endet im Frühjahr. In dieser Zeit leiden die Patienten unter einem Mangel an Energie sowie unter großer Traurigkeit. Es fällt ihnen schwer, einen normalen Alltag zu bewältigen, und sie haben das Bedürfnis, mehr zu schlafen. Ein weiteres Symptom ist der starke Appetit auf Süßes.

"In der kalten Jahreszeit beobachten wir einen Anstieg depressiver Erkrankungen um 10 Prozent", sagt Prof. Dr. Ulrich Hegerl von der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Verantwortlich sind der Mangel an Tageslicht sowie die verminderte Lichtintensität im Winter. Auch die verkürzte Sonneneinstrahlung und sinkende Temperaturen können Auslöser sein.

Viele Betroffene haben mit Vorurteilen zu kämpfen, denn Depressionen werden in der Öffentlichkeit immer noch nicht als "richtige Krankheit" anerkannt und mit normalen Stimmungsschwankungen verwechselt. "Dabei gibt es kaum eine andere Krankheit, die Menschen so ihre Lebensqualität und ihren Lebensmut rauben kann wie Depressionen", betont Prof. Dr. Ulrich Hegerl. Als Sprecher des Großforschungsprojektes Kompetenznetz "Depression" möchte er über die Krankheit, ihre Symptome und Behandlungsmethoden informieren. Depressionen gehören zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen, da die Betroffenen oft zu Suizidhandlungen neigen. Obwohl erfolgreiche Behandlungsmethoden bekannt sind, erhalten nur 10 Prozent der Betroffenen eine adäquate Therapie, die dem Stand der Forschung entspricht.

Für einige Patienten mit Winterdepression ist eine Lichttherapie geeignet: Die Patienten sitzen zwei Wochen lang täglich vor einem starken Lichtgerät. Schon nach wenigen Tagen kann eine Besserung eintreten: Die Stimmung der Patienten hellt sich auf. "Vor allem bei schweren Depressionen ist eine Behandlung mit Medikamenten sehr wichtig", sagt Prof. Ulrich Hegerl. Eingesetzt werden Medikamente, so genannte Antidepressiva, die auch bei anderen Depressionsformen verschrieben werden. "Für Betroffene gibt es auch eine gute Nachricht", sagt Prof. Ulrich Hegerl, "den meisten Patienten kann durch eine konsequente Behandlung gut geholfen werden. Wichtig ist es, einen Facharzt oder einen gut informierten Hausarzt aufzusuchen."


Sprecher des Kompetenznetzes "Depression"
Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Psychiatrische Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Nußbaumstraße 7, 80336 München

Presseanfragen: Maike Zander, Tel. 089/51 60 55-53, Fax -57,  maike.zander@psy.med.uni-muenchen.de

Dipl.-Journ. Maike Zander | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-depression.de/

Weitere Berichte zu: Depression

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

Junge Physiologen Tagen in Jena

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

25.09.2017 | Messenachrichten

Fraunhofer ISE steigert Weltrekord für multikristalline Siliciumsolarzelle auf 22,3 Prozent

25.09.2017 | Energie und Elektrotechnik

Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte

25.09.2017 | Medizin Gesundheit