Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Kraft beraubt: Myasthenia gravis - schwere Muskelschwäche

17.09.2001


Harmlos fängt es an: Müde Augen, schwerer Kopf, allgemeine Schwäche. Symptome, die auch nach einem anstrengenden Arbeitstag auftreten können. Bei der Myasthenia gravis (schwere Muskelschwäche) wird dies allerdings zum Dauerzustand. Es folgen Sprach- und Schluckstörungen, die Schultern, Arme und Beine sind kraftlos. Das Arbeiten und der Alltag fallen im wahrste Sinne des Wortes zur Last. Für die Betroffenen fatal: Sie erhalten erst spät die richtige Hilfe oder werden erst gar nicht als Myastheniakranke erkannt. Gründe sind die Unkenntnis über die Krankheit sowie deren schwierige Diagnose. Experten gehen davon aus, dass 50 Prozent der Myastheniker unerkannt bleiben. Viele Betroffene machen eine Odyssee von Arzt zu Arzt und werden oftmals als Simulanten und Hysteriker abgestempelt.

Myasthenia gravis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Der Körper produziert bei dieser Fehlsteuerung des Immunsystems Antikörper gegen körpereigene Zellbestandteile. Bei Myasthenia gravis greifen diese sogenannten Auto-Antikörper Strukturen der Muskeloberfläche an. Dadurch behindern sie die Weiterleitung der Erregungsübertragung vom Nerv auf den Muskel. Die Folgen sind unterschiedlich stark ausgeprägte Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen. Eine Behandlung sollte so schnell wie möglich erfolgen, denn ohne diese ist ein normales Leben nicht möglich.

Diagnose oftmals problematisch.

Tragisch für die Betroffenen: Myasthenia gravis ist nicht weit verbreitet, viele Ärzte habe daher keine Erfahrung mit der Krankheit. Häufig vergeht wertvolle Zeit, bis die richtige Diagnose gestellt wird und eine Behandlung beginnt. Zehn Jahre und mehr sind keine Seltenheit! Erschwerend für die Diagnose ist auch, dass zu Beginn der Krankheit die Symptome oft nur sehr schwach ausgeprägt sind und daher leicht übersehen oder falsch gedeutet werden. Zudem nimmt die Krankheit bei jedem Patienten einen eigenen charakteristischen Verlauf.

Auch Onassis war betroffen

Myasthenia gravis kann in jedem Alter auftreten, wobei insgesamt Frauen stärker davon betroffen sind - vor allem in jüngeren Jahren. Männer erkranken dagegen häufiger im fortgeschrittenen Alter. Ein prominenter Vertreter der Krankheit war der griechische Reeder Aristoteles Onassis.

Im typischen Verlauf haben Erkrankte zunächst Sehstörungen mit Doppelbildern und hängende Augenlider. Häufige Anzeichen sind auch Schwierigkeiten beim Kauen, Schlucken oder Sprechen. Später kann auch die Muskulatur der Schultern und Oberarme, seltener auch die Beinmuskulatur betroffen sein. In schweren Fällen können aber auch Atemprobleme auftreten. Belastung verstärkt die Schwächezustände, die daher abends meist stärker sind als morgens. Auch Infekte und manche Medikamente verschärfen die Symptome.

Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, ist der Verlauf sehr günstig. Die meisten Erkrankten können dann ein weitgehend normales Leben führen.

Tanja Martinovic | Cramer-Gesundheits-Consulting Gm
Weitere Informationen:
http://www.dmg-online.de/

Weitere Berichte zu: Muskelschwäche Myasthenia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie