Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs überleben: Wie lange bleibt man eigentlich Patient?

23.09.2005


Immer mehr Menschen überstehen eine Krebserkrankung: Wie in den USA und anderen Industrieländern steigen auch in Deutschland die Heilungsraten. Was kommt auf einstige Krebspatienten zu? Wird alles wie vorher? Oder hat sich das Leben zwangsläufig drastisch verändert? Womit Betroffene und ihre Angehörigen rechnen müssen, hat der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums auf seiner Internet-Seite www.krebsinformation.de im Aktuellen Hintergrund "Krebs überleben" zusammengestellt.



In der Krebstherapie hat ein Umdenken eingesetzt: Die langfristige Lebensqualität gewinnt angesichts der steigenden Heilungsraten und verbesserten Möglichkeiten der palliativen Behandlung für Betroffene und ihre Ärzte schon bei der Therapieplanung an Bedeutung. Nach wie vor spielt auch der persönliche Umgang mit der Krankheit eine große Rolle. KID geht deshalb im Aktuellen Hintergrund nicht nur auf mögliche körperliche Folgen ein, sondern thematisiert auch Faktoren, die die Krankheitsverarbeitung beeinflussen können. Familie und Freunde beeinflussen diesen Prozess ebenso wie die Situation am Arbeitsplatz und die Angst vor finanziellen Folgen der Erkrankung. KID weist im "Aktuellen Hintergrund" sowohl auf Beratungsmöglichkeiten als auch auf psychologische Bewältigungsstrategien hin. Zum Umgang mit praktischen Problemen im Alltag haben vor allem Selbsthilfeorganisationen ein enormes Wissen gesammelt. Auf seinen Internet-Seiten zeigt der Krebsinformationsdienst, wie Patienten mit anderen Betroffenen in Kontakt treten und sich eventuell sogar selbst engagieren können: Die ursprünglich aus den USA stammende Bewegung der "Cancer Survivors" verändert auch in Deutschland die Situation und das Selbstverständnis von Selbsthilfeorganisationen. Viele Menschen, die eine Krebserkrankung überlebt haben, setzen sich heute aktiv für ihre Belange in Politik und Gesellschaft ein. Auch die Beteiligung von Patienten an Entscheidungen im Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren gewachsen.

... mehr zu:
»KID »Krebserkrankung


Dem Geschäft mit der Angst sollten sich (ehemalige) Patienten auf keinen Fall ausliefern, warnt der Krebsinformationsdienst: Inzwischen gibt es eine fast nicht überschaubare Zahl meist frei verkäuflicher Mittel, die - so das Werbeversprechen der Anbieter - vor einem Rückfall schützen sollen. Kaum eines davon gilt unter Fachleuten jedoch als sinnvoll oder ist gar Bestandteil aktueller Therapieleitlinien. Um sich vor solchen möglicherweise unseriösen Angeboten schützen zu können, brauchen Patienten Zugang zu vertrauenswürdigen und neutralen Informationsquellen. Das Internet spielt dabei eine wichtige Rolle: Es liefert nicht nur Informationen, die noch vor wenigen Jahren lediglich Fachleuten zugänglich waren. Das Netz hat Patienten auch neue Möglichkeiten des Engagements eröffnet und ihren Anliegen eine gemeinsame Stimme verliehen.

Mit dem Thema "Krebs überleben" will der Krebsinformationsdienst nicht nur die vielfältigen Herausforderungen aufzeigen, die auf Krebspatienten zukommen können. Texte mit wissenschaftlich fundierten Informationen, Links und Verweise sollen vielmehr auf die vielen Hilfsangebote aufmerksam machen, die Betroffenen bei der Bewältigung heute zur Verfügung stehen.

Der Aktuelle Hintergrund "Krebs überleben - wie lange bleibt man eigentlich Patient?" ist abrufbar unter www.krebsinformation.de/Aktuelles_Thema/index.html. Der Krebsinformationsdienst (KID) steht Patienten, Angehörigen und Interessierten für individuelle Anfragen montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr telefonisch unter 06221 - 41 01 21 zur Verfügung, per E-Mail unter krebsinformation@dkfz.de und im Internet unter www.krebsinformation.de.

KID wird als Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung. Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebsinformation.de
http://www.krebsinformation.de/Aktuelles_Thema/index.html

Weitere Berichte zu: KID Krebserkrankung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie