Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hormone unter Druck - Wie lassen sich tödliche Unfälle beim Tauchen verringern?

14.09.2001


Forschung von UKBF und DLRG ("Protois-Projekt")

Gibt es eine Möglichkeit, die Zahl tödlicher Tauchunfälle zu verringern? Mit welchen Kriterien kann vorbeugend die ärztliche Untersuchung auf Tauchtauglichkeit verbessert werden? Klar ist, dass "Stresshormone" eine wichtige Rolle spielen - aber deren Ausschüttung beim Tauchen ist noch nie untersucht werden. Das ändert sich nun.

Beim Tauchen dringt der Mensch in eine aufregende, aber auch gefährliche Welt ein. Aufregung steigert die Aktivität des vegetativen Nervensystems, das aus der Nebenniere Stresshormone freisetzt. Deshalb kann "Aufregung" sehr gut über Hormon-Bestimmungen im Blut gemessen werden. Erregung hat ihren Sinn. Zu starke Erregung aber ist schädlich. Ein übermäßiger Anstieg von Stresshormonen erhöht das Risiko für das Herz-Kreislaufsystem und somit für plötzliche Todesfälle - auch beim Tauchsport.

Das Institut für Sportmedizin am Fachbereich Humanmedizin der FU misst nun erstmals Stresshormone beim Tauchen. Für das "Protois-Projekt"TM (benannt nach dem Meeresgott Proteus") in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Berlin haben sich 18 DLRG-Rettungstaucher aus Berlin und Brandenburg bereit erklärt, sich einen arteriellen Zugang am Handgelenk legen zu lassen und damit bis auf 44 Meter Tiefe zu tauchen, wo Ihnen arterielles Blut entnommen werden kann. Die Blutentnahmen finden direkt während der Tauchgänge im Tauchturm der DLRG-Berlin statt.
Ziel des Protois-Projektes ist es herauszufinden, in wie weit die Ausschüttung von Stresshormonen eine wichtige Messgröße zur Beurteilung der Tauchtauglichkeit ist. Möglicherweise kann daraus ein Gerät entwickelt werden, mit dem zum Beispiel die Herzfrequenz beim Tauchen "aus der Ferne" (mit Hilfe eines telemetrischen Systems) beurteilt werden kann.

Das Herz-Kreislauf-System wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Ein wesentlicher Bestandteil des vegetativen Nervensystems ist das sympathoadrenerge System, das die Freisetzung von Stresshormonen (Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin) reguliert. In der Studie der FU-Mediziner soll an geübten Tauchern der Effekt von akuter Belastung durch Tauchgänge auf die Sympathikusaktivierung untersucht werden. Jeder Taucher wird an drei verschiedenen Tauchprofilen (Heliox/Sauerstoff/Pressluft) im Tauchturm der Bundeslehr- und Forschungsstätte der DLRG in Berlin-Spandau teilnehmen. Für die Bestimmung von Katecholaminen sind über 300 Blutentnahmen notwendig. Die Taucher tragen während des Tauchganges ein Herzfrequenzmessgerät.

Ansprechpartner/Wiss. Studienleitung:
PD Dr. Günther Strobel
Institut für Sportmedizin der FU
Clayallee 229, 14195 Berlin
Tel.: (030) 81 81 25 73; Fax: 81 81 25 72
E-Mail: gstrobel@zedat.fu-berlin.de

Dipl.Pol. Justin Westhoff | idw

Weitere Berichte zu: DLRG Nervensystem Stresshormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Allergieforschung: Weltweit erstes automatisches Pollennetz in Bayern am Start
28.09.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Maßgeschneiderte Strategie gegen Glioblastome
26.09.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Heidelberg Laureate Forum: Eine Veranstaltung mit Zukunft

29.09.2016 | Veranstaltungen

Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane - Oktober 2016

29.09.2016 | Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schwerste Atome im Rampenlicht

29.09.2016 | Physik Astronomie

Zelluläres Kräftemessen

29.09.2016 | Interdisziplinäre Forschung

K 2016: Von OLED-Verkapselung bis Plagiatschutz

29.09.2016 | Messenachrichten