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Viel versprechender Angriff auf den Lebertumor

14.09.2005


Dr. Marion Ganslmayer ist auf der Spur einer neuen Therapie gegen den Leberkrebs. Den viel versprechenden Ansatz fördert die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung mit einem Graduierten-Stipendium.

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Lebertumoren zählen zu den größten Problemen in der Krebsmedizin. Meist sind sie bei den ersten Symptomen schon so groß, dass gängige Therapien wie eine Operation, die Zerstörung mit Hitze oder eine Transplantation nicht mehr in Frage kommen. Selbst die konventionelle Chemotherapie bleibt oft erfolglos. Nun eröffnen die Ergebnisse von Dr. Marion Ganslmayer womöglich eine neue Chance. Bei Ratten verkleinerte eine kombinierte Behandlung mit mehreren Medikamenten die Tumoren drastisch. Die Arbeiten der Ärztin von der Universität Erlangen-Nürnberg hat die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung mit einem Graduierten-Stipendium in Höhe von 8.000 Euro ausgezeichnet. "Damit kann ich das Projekt fortführen und Langzeit-Versuche starten", freut sich Ganslmayer.

Knapp 3.000 Deutsche erkranken jährlich neu an Tumoren der Leber - das sind bei 300.000 neuen Krebserkrankungen insgesamt rund ein Prozent. Wesentlich häufiger treten derartige Fälle in Südostasien auf. Etwa ein Drittel aller bösartigen Geschwülste sind Lebertumoren, was vor allem auf die hohe Durchseuchung mit Hepatitis-Viren zurückzuführen ist. Demgegenüber stehen die bislang stumpfen Waffen der Medizin. Doch erste Versuche anderer Forschergruppen deuteten bereits an, dass Retinsäure - ein oft gegen Hauterkrankungen wie Akne oder Schuppenflechte eingesetztes Mittel - Rückfälle verhindern kann, nachdem Lebertumoren entfernt wurden. Ein anderer Ansatz hingegen war weniger erfolgreich. Das vor allem bei bestimmten Brustkrebs-Formen eingesetzte Tamoxifen erfüllte die anfänglichen Hoffnungen nicht.


Vielleicht, so die Überlegungen der Erlanger Forschergruppe um Marion Ganslmayer, könnten beide Substanzen zusammen besser wirken. Denn es gibt in der Medizin diverse Beispiele, wo Medikamenten-Kombinationen effektiver sind als Einzeltherapien. Und tatsächlich: "Die Tumoren der behandelten Ratten schrumpften", erklärt die junge Ärztin. Der Zweifach-Attacke folgte alsbald ein Vierfach-Angriff. Aus einem Dutzend getesteter Präparate, die die Blutversorgung von Tumoren abschneiden sollen, haben die Forscher einen ausgewählt. Diesen "Angiogenese-Hemmer" fügten die Mediziner ebenso hinzu wie ein Medikament, das die Vermehrung der Krebszellen über einen ebenfalls neuen Mechanismus blockiert. Der Cocktail der Substanzen wirkte bemerkenswert: Die Tumoren mit rund fünf Zentimeter Durchmesser waren binnen weniger Wochen nur noch drei bis vier Millimeter klein; einige verschwanden völlig. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Therapie hat die Stipendiatin kaum Nebenwirkungen bei den behandelten Ratten festgestellt.

Was jetzt noch fehlt, sind weitere Daten - beispielsweise mit menschlichen Lebertumoren, die unter die Haut der Tiere verpflanzt werden. Zudem will die Ärztin die jeweiligen Tumoren vorab molekularbiologisch analysieren, um entscheiden zu können, welche Medikamenten-Kombination am viel versprechendsten ist. Ganslmayer: "Erst danach sollen klinische Studien mit Patienten beginnen."

Über die Novartis Stiftung für therapeutische Forschung

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen im medizinischen Bereich in Deutschland. Die Stiftung verfügt über ein Stammkapital von 12 Millionen Euro. Die Förderaktivitäten werden aus den Zinserträgen dieses Kapitals bestritten und belaufen sich gegenwärtig auf jährlich etwa 650.000 Euro. Der Hauptteil der Fördermittel fließt in die Unterstützung von Forschungsprojekten, des weiteren finanziert die Stiftung Graduiertenstipendien an zehn deutschen Universitäten zur Förderung besonders qualifizierter junger Wissenschaftler. In zweijährigem Turnus veranstaltet die Stiftung interdisziplinäre Symposien zu Themen aus der medizinischen Grundlagenforschung.

Mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln will - und kann - die Stiftung staatliche Förderung nicht ersetzen, vielmehr will sie sie dort ergänzen, wo es notwendig, sinnvoll und möglich erscheint. Sie ist deshalb bestrebt, ihre bereits über 35 Jahre währende gute Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen in Deutschland auch zukünftig erfolgreich fortzuführen.

Philipp Kressirer | idw
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de

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